Die Wahl ist getroffen (Foto: Pixyabay/ulleo)

Wie würden Jugendliche am Sonntag wählen?

mit Informationen von Steffani Balle   20.09.2021 | 15:15 Uhr

Rund 14.000 Schülerinnen und Schüler an insgesamt 45 weiterbildenden Schulen im Saarland haben sich aktuell an der Juniorwahl beteiligt. Genau wie die über 18-jährigen bei der Bundestagswahl am 26. September dürfen sie abstimmen, allerdings nur auf Probe. Wie läuft diese Juniorwahl eigentlich ab?

Die Juniorwahl im Saarland
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Die Juniorwahl im Saarland
SR 1 Reporterin Steffani Balle hat mit Schüler*innen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Dillingen gesprochen...

Einmal alles wie bei der echten Wahl: Bei dem deutschlandweit laufenden Schulprojekt dürfen die Jahrgangsstufen von der siebten bis zur 13. Klasse einmal die Bundestagswahl durchspielen. Auch das Dillinger Albert-Schweitzer-Gymnasium beteiligt sich bei der Juniorwahl im Saarland. Das Interesse der Jugendlichen ist offenbar groß.

Wie bei der echten Wahl

Die Schülerinnen und Schüler des 12-er Englisch-Leistungskurses von Frank Schmitz am Dillinger Albert-Schweitzer-Gymnasium wollen auf jeden Fall wählen. Jannis und Jan haben als Wahlausschuss des Kurses die Wahl vorbereitet. Das heißt: Ein Wählerverzeichnis wurde erstellt und die Wahlunterlagen für die Wahlberechtigten wurden vorbereitet, damit ihre Mitschüler ihre Stimme abgeben können.

Digitalisierung, Klimakrise, Pandemie

Für Jannis ist die Juniorwahl die Generalprobe. Er ist schon 18 Jahre alt und darf am Sonntag das erste Mal „richtig“ wählen. Und trotzdem ist er noch untentschlossen. Ein Thema beschäftigt ihn besonders: Vor allem bei der Digitalisierung hapere es.

Natürlich verrät er nicht, was er gewählt hat. Auch für die Juniorwahl gilt das Wahlgeheimnis. Das ist einer der Grundsätze, die den Schülerinnen und Schülern durch die Juniorwahl vermittelt wird, sagt Lehrer Frank Schmitz, der bereits zum zweiten Mal diese Wahl am Albert-Schweitzer-Gymnasium vorbereitet hat. Klimakrise und Pandemie stehen bei den Jugendlichen ganz vorn, darauf schauen sie am meisten, wenn es um die Wahlentscheidung geht, sagt Schmitz: "Andere Sachen wie Außenpolitik spielt nach wie vor nur am Rande eine Rolle für Schüler".

Erstes Stimmungsbild

Die 16-jährige Franka muss noch ein bisschen warten, bis sie an echten Wahlen teilnehmen darf. Umso wichtiger ist ihr die Teilnahme an der Juniorwahl: So könne sie den Politikern zeigen, wie die Jugend von der Politik denke. Da am Wahlabend auch das Ergebnis der Juniorwahl ausgezählt und veröffentlicht wird, sieht sie darin eine Chance darauf, ernst genommen zu werden.

Das ist nichts, was die Sitzverteilung im neuen Bundestag beeinflusst, aber immerhin ein Stimmungsbild, das die Politik dann sehr wohl auch zur Kenntnis nimmt. Und das zu recht, findet Schulleiter Stefan Schmidt: Die Jugend sei insbesondere durch die Klima- und Coronakrise politischer geworden. "Beide Krisen haben den jungen Leuten verdeutlicht, dass mit Politik über deren Zukunft entschieden wird."

Ein Thema auf SR 1 u.a. am 20.09.2021 in der Sendung "SR 1 Hallo Saarland"

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