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Black Friday und Cyber Monday locken in die Schnäppchenfalle

  25.11.2019 | 00:00 Uhr

Am 'Black Friday' und in den Tagen davor und danach freuen sich Shoppingfans über satte Angebote, Händler locken mit Aktionspreisen und Rabatten wie in alter Ausverkauftradition. Doch Vorsicht: Nicht jedes Schnäppchen ist auch wirklich eines! Tipps, worauf Ihr achten solltet.

Ein neuer 'Feiertag' schwappt aus Amerika zu uns herüber: Am 'Black Friday', dem Freitag nach Thanksgiving, geht in den USA die ganze Familie zusammen shoppen. Und damit nicht genug: Am darauffolgenden Montag, dem 'Cyber Monday' geht die Schnäppchenjagd weiter - das Weihnachtsgeschäft beginnt. In diesem Jahr fällt der "Black Friday" auf den 29. November, der "Cyber Monday" auf den 2. Dezember. Aber auch schon in den Wochen zuvor locken die Händler bereits mit Sonderangeboten, manche rufen gleich eine ganze 'Cyber Week' aus. Auch bei uns wollen die Händler uns inzwischen mit Preisnachlässen in Versuchung führen. Verbraucherschützer raten allerdings zur Vorsicht. Dennn oft trügt der Schein.

Ruhe Bewahren

Von so genannten Sonderangeboten sollte man sich nicht beeindrucken lassen. Denn "im Internet-Zeitalter kann man an jedem Tag ein Schnäppchen machen", erklärt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Sonderangebote am Black Friday sind nicht immer wirklich günstig.
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Sonderangebote am Black Friday sind nicht immer wirklich günstig.

'Nur für kurze Zeit', 'Nur noch wenige Exemplare vorrätig' - mit solchen Aussagen versuchen die Händler, uns unter Druck zu setzen, damit wir uns zu einem unüberlegten Kauf entschließen. Aber nur keine Panik: Der nächste Countdown kommt bestimmt und ein Bestandsbalken sagt in Wirklichkeit nichts über die tatsächlich vorhandene Ware aus.

Bedarf prüfen

Spontankäufe sollte man vermeiden. Stattdessen ist es wichtig, sich vor einem Kauf zu fragen: Brauche ich das Produkt wirklich? Denn wenn man die Sachen nachher nicht nutzt, ist der ganze Kauf sinnlos, so Tryba. So mancher Kleiderschrank ist dafür ein gutes Beispiel.

Auf Qualität achten

Gute Produkte gibt's selten im Angebot. Auslaufmodelle und Ladenhüter will man aber nicht unbedingt haben. Auch nicht im Sonderangebot. Daher sollte man nicht nur wissen, was man kaufen will, sondern sich auch darüber informieren, welches Produkt vernünftig ist. Auf Bewertungen kann man sich dabei nicht unbedingt verlassen, so Tryba, besser ist es, sich über unabhängige Tests ein genaues Bild zu verschaffen.

Preise vergleichen

Heutzutage sind die Preise ständig in Bewegung. Daher sollte man sich am besten schon im Vorfeld eines Kaufs über das generelle Preisniveau des Produktes gut informieren. Denn nur im Vergleich zum üblichen Marktpreis kann man beurteilen, ob das angebliche Schnäppchen wirklich eines ist.

Bei den Händlern beliebt ist zum Beispiel die UVP-Methode. Dabei wird der Sonderangebotspreis mit der Unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) des Herstellers verglichen. Diesen Preis verlangt aber kaum ein Händler. Üblicherweise liegt der reguläre Preis unter dem UVP-Preis. Das macht der Händler schon deshalb, um an 'normalen' Tagen ein Schnäppchen zu suggerieren.

Stichproben der Verbraucherzentrale haben ergeben, dass bei angeblichen Preisnachlässen von 50 Prozent und mehr der tatsächliche Rabatt in Wirklichkeit bei 20 Prozent oder noch weniger lag. Und auch dann muss ein Angebot noch nicht günstig sein. Denn bei einem anderen Anbieter kann der reguläre Preis durchaus noch darunter liegen.

Daher rät Tryba dazu, vor einem Kauf unbedingt Preise zu vergleichen. Am besten sogar parallel mit zwei Suchmaschinen gleichzeitig. Denn nur wer den Überblick hat, kann ein wirklich günstiges Angebot erkennen - und dann zuschlagen!

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Auch Thema auf SR 1 am 25.11.2019 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen.'

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