Beispielfoto Bio-Müll Folienbeutel (Foto: SR)

Biokunststoff-Säcke ein Problem

  12.03.2019 | 10:17 Uhr

Fast die Hälfte aller saarländischen Haushalte nutzen die Biotonne. Doch es landen noch immer viele Dinge in der Grünen Tonne, die dort nicht hineingehören. Die im Handel als kompostierbar gekennzeichneten Biokunststoff-Säcke sind für den EVS ein Problem. Denn die sind mit Weichmachern versetzt und verrotten nur sehr langsam.

Kompostierbare Biokunststoff-Säcke gehören nicht in den Biomüll

Für die Entsorgung von Bioabfällen sollten in allen saarländischen Kommunen auf keinen Fall Plastiktüten verwendet werden. Auch keine Biokunststoff-Säcke, die als biologisch abbaubar oder kompostierbar gekennzeichnet sind.

Denn diese sind nur kompostierbar, wenn die Bedingungen stimmen: Optimale Temperatur, optimaler Sauerstoffgehalt der Luft und so weiter. Außerdem verbreiten sich deren Überreste und Zusatzstoffe über den Kompost weiter in die Umwelt. Die Tüten sind für EVS-Mitarbeiter kaum von normalen Plastiktüten zu unterscheiden und müssen daher umständlich aus dem Müll aussortiert werden. Das kostet Zeit und Geld.

Kein ökologischer Vorteil durch Biomüll-Tüten

Umweltschützer sehen den Einsatz von kompostierbaren Biokunststoff-Tüten kritisch. Die Ökobilanz bei der Herstellung lässt noch viel zu wünschen übrig. Die Folien werden meist aus Maisstärke und Kartoffelstärke hergestellt. Dazu braucht man riesige Monokulturen, die schlecht für die Umwelt sind und oft in Schwellenländern stehen.

Biomüll-Tüten sind nicht unbedingt besser
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Biomüll-Tüten sind nicht unbedingt besser

Bioplastik darf sich Bioplastik nennen, wenn es einer europäischen Norm entspricht. Diese besagt, dass Bioplastik sich innerhalb von 90 Tagen zersetzen muss. In den modernen Anlagen, die heute den Biomüll verarbeiten, sind diese Prozesse aber wesentlich kürzer. Das heißt, Bioplastik zersetzt sich in diesem Prozess nicht kleinteilig genug in der notwendigen kürzeren Zeit, also unter 90 Tagen.

Tipps für eine saubere Biotonne

  • Der EVS rät, Biomüll in einer Papiertüte oder in Zeitung eingewickelt zu entsorgen - das können auch Bäckerei- oder Metzgertüten sein.

  • Gestank und Brühe lässt sich vermeiden, indem man den Abfall möglichst trocken hält. Denn Feuchtigkeit verstärkt den Vergärungsprozess, der Hauptursache des unangenehmen Geruchs ist. Um den Müll möglichst trocken zu halten, empfiehlt der Entsorgungsverband, nasse Bioabfälle direkt in eine Zeitung einzuwickeln.

  • Wenn möglich, sollte zudem die Tonne nicht in der Sonne stehen. Denn auch die Hitze fördert die Vergärung.

  • Wer den Gestank verringern will, kann aber auch Kaffeesatz, Lavendelzweige oder ein paar Tropfen Zitronenöl nutzen. Wer nicht nur den Gestank, sondern insbesondere Fliegen bekämpfen will, kann selbst einen Fliegenschutz für die Mülltonne basteln. Das funktioniert mit alten Gardinen oder auch einem Fliegenschutznetz. So gelangen die Fliegen - egal wie stark der Müll riecht, gar nicht erst in die Tonne.

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