Kinder und Lehrerinnen der Schulklasse 3.1 mit dem Brief an den DFB (Foto: Max Friedrich)

DFB antwortet auf Brief von Saarbrücker Grundschülern

  08.07.2021 | 20:09 Uhr

Die Schüler*innen der Klasse 3.1 der Ganztagsgrundschule Saarbrücken-Kirchberg haben zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Nathalie Fercho einen Brief an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) geschrieben.

Der Grund: Die Schüler waren enttäuscht darüber, dass beim EM-Achtelfinale so viele Menschen im Wembley-Stadion waren, dass die Zuschauer keine Masken trugen und eng beieinander saßen. "Das finden wir sehr unfair, weil wir das in der Schule nicht dürfen!" haben die Kinder in ihrer Beschwerde erklärt.

Wir halten uns an die Regeln: Und ihr?
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Wir halten uns an die Regeln: Und ihr?

Die Kinder müssen vielmehr Abstand halten, Mundschutz tragen ( zumindest in den Fluren immer noch ), mehrmals täglich die Hände waschen, und zusammen spielen dürfen sie auch nicht.

Auch Grundschulkinder haben Sorgen
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Auch Grundschulkinder haben Sorgen
Klassenlehrerin Nathalie Fercho hat die Bedenken der Kinder in einem Schreiben an den DFB zusammengefasst.

"Wir halten uns an die Regeln, damit das Corona-Virus endlich verschwindet. Sowas wie beim Fußballspiel darf einfach nicht erlaubt sein. Unser Plan ist es Corona zu beenden, Ihr Erwachsene verbreitet es durch euer verantwortungsloses Verhalten weiter", heißt es in dem Brief weiter.

Grundschüler beschweren sich beim DFB
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Grundschüler beschweren sich beim DFB
SR-Reporter Max Friedrich hat die Schüler besucht und sich ihre Sorgen angehört.

Die Kinder machen sich Sorgen, dass sie durch dieses Vorgehen bald wieder nicht mehr zur Schule gehen können. Auch wenn der Brief jetzt keine Klage-Einreichung war, haben die Kinder damit ihre Meinung zum Ausdruck gebracht - in der Hoffnung, damit vielleicht auch etwas bewegen zu können.

Überraschende Antwort

Eigentlich haben die Schülerinnen und Schüler nicht damit gerechnet, dass der DFB auf Ihr Schreiben reagiert. Umso größer war die Überraschung, als es hieß: Post vom DFB ist da!

Zusammen mit Klassenlehrerin Nathalie Fercho hat sich die ganze Klasse auf dem Schulhof versammelt und ganz gespannt zugehört, als der Brief vorgelesen wurde. Und mit jedem Satz wurde die Enttäuschung größer.

Zunächst bedankte sich der DFB für die Zuschrift und erklärte den Kindern: "Mit Euren Bedenken seid Ihr nicht allein.". Doch dann gab er in seinem Schreiben den Kindern zu verstehen, dass der DFB für die EM-Spiele in London nicht verantwortlich sei. Bei den Spielen in München sei man demgegenüber ganz anders vorgegangen: Hier gab es im Stadion eine deutlich begrenzte Zuschauerzahl, Abstandsregeln, Maskenpflicht.

Antwort vom DFB
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Antwort vom DFB
SR 1-Reporter Max Friedrich war dabei, als der Brief verlesen wurde.

Doch das war den Kindern zu wenig. "Wir sind schon ein bisschen enttäuscht," fasst die Lehrerin die Gefühle ihrer Schüler zusammen. Denn irgendwie hatte man sich mehr erhofft. Zum Beispiel, dass sich der DFB beim englischen Fußballverband dafür einsetzt, dass weniger Zuschauer in die Stadien gelassen werden.


Auch Thema auf SR 1 am 01. und 02.07.2021 sowie am 08.08.2021 in den Sendungen 'Dein Morgen im Saarland' und 'Hallo Saarland'.

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