Michael Steigleiter, Schokoladen-Sommelier (Foto: SR1 / Carl Rolshoven)

Der schönste Beruf der Welt: Schokoladen-Sommelier

  22.11.2020 | 11:18 Uhr

Schokolade macht glücklich: die einen, wenn sie sie essen, andere, weil sie sie zu ihrem Beruf gemacht haben. Michael Steigleiter aus Saarbrücken ist der erste saarländische Schokoladen-Sommelier.

Schokolade als Beruf

Schokolade ist nicht gleich Schokolade. Nein, sie ist unheimlich vielfältig. Das weiß niemand besser als Michael Steigleiter. Er hat in den Augen vieler den schönsten Beruf der Welt: Er ist Schokoladen-Sommelier. "Was gibt es Geileres: Schokolade essen als Beruf! Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich's genau noch mal machen!" schwärmt er von seinem Job.

Der schönste Beruf der Welt: Schokoladen-Sommelier
Audio [SR 1, (c) SR, 19.11.2020, Länge: 02:54 Min.]
Der schönste Beruf der Welt: Schokoladen-Sommelier

Als Schokosommelier kann sich Michael Steigleiter seine Lieblingsschokolade selbst zusammenstellen. Dabei hat er auch persönliche Vorlieben: Helle Schokolade ist ihm zum Beispiel lieber als dunkle, weil sie süßer ist. Und wer hätte gedacht, dass weiße Schokolade ganz verschieden schmecken kann: mal karamellig, mal keksig, mal nussig, erklärt er. Und für Milchschokolade gilt das auch. Schon die Art des verwendeten Milchpulvers kann für einen einzigartigen Geschmack sorgen, so der Experte.

Seine absolute Lieblingsschokolade heißt "66" und hat, wie diese Ziffer schon verrät, 66 Prozent Kakaoanteil, 34 Prozent Zucker. In dieser Relation hat die Schokolade für ihn noch einen harmonischen Geschmack. Steigt der Kakaoanteil weiter an, wir die Schokolade bitterer.

Doch dunkle Schokolade hat auch ihre Vorteile, sagt er: Durch den höheren Kakaoanteil werden mehr Endorphine ausgeschüttet, Glückshormone also; deshalb macht sie uns glücklicher als Milchschokolade. Und: Je mehr Kakao enthalten ist, desto weniger Zucker steckt in der Schokolade, das ist ja auch wieder gut für die Figur ...

Wie wird man Schokoladen-Sommelier?

Der Beruf ist recht anspruchsvoll. Wer sich für diese Ausbildung interessiert, sollte nicht nur gute Geschmacksnerven haben und eine Leidenschaft für Schokolade mitbringen. Als Grundvoraussetzung muss man zunächst einmal Konditormeister sein.

Die Schulung zum Schokoladen-Sommelier dauert dann vier Wochen: zwei in einer Akademie in Köln und zwei in einer Fachschule in Weinheim, wo theoretische Kenntnisse vermittelt werden. Dabei lernt man nicht nur viel über die Herkunft und die Verarbeitung von Kakao zum Beispiel, sondern auch übers Riechen und Schmecken.

Am Ende der Ausbildung steht eine dreitägige Prüfung. Man muss dabei eine 40- bis 50-seitige Arbeit schreiben über ein selbstgewähltes Thema, das man dann "verteidigen", also präsentieren muss. Zur Prüfung gehört auch eine Blindverkostung verschiedener Produkte, bei der es darum geht, zu erklären, worum es sich handelt und was man riecht, schmeckt, hört, dann folgt noch eine Blindverkostung, bei der man Geschmäcker herausfinden muss. Und eine theoretische Prüfung, eine gehobene Meisterprüfung, muss man natürlich auch bestehen.


Auch Thema auf SR 1 am 19.11.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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