Aufräumarbeiten nach dem Sturmtief „Sabine“ (Foto: SR/Felix Schneider)

Mit Vorsicht durch den Wald

  11.02.2020 | 22:40 Uhr

Sturm Sabine hat in ganz Deutschland Spuren hinterlassen. Vor allem wegen umgestürzter Bäume musste die Feuerwehr unzählige Male ausrücken. Doch auch wenn die ersten Schäden schon beseitigt sind: Nach wie vor ist Vorsicht geboten. Deshalb sind jetzt Baumkontrolleure unterwegs. Wir haben einen begleitet.

Sturmschäden im Saarforst:
Eine erste Bilanz

Erste Schadensbilanz
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Erste Schadensbilanz

Auch die saarländischen Wälder mussten unter dem Sturm leiden. Der Saarforst hat bereits eine erste Bilanz gezogen: Den Rückmeldungen aus den Revieren zufolge ist es für uns glimpflich ausgegangen. Es gibt zwar einzelne Stellen, die betroffen sind, aber keine großflächigen Sturmschäden.

Um Gefahren zu vermeiden, ist in den Wäldern jetzt aufräumen angesagt. Die Revierleiter müssen überprüfen, ob Wege freizuschneiden sind, erklärt Joachim Stelter vom Saarforst. Außerdem werden angeschobene Bäume abgeschnitten. 'Angeschoben' bedeutet, dass sich die Wurzel auf einer Seite gelöst hat und der Baum dadurch in Schieflage geraten ist. So könnte ein Baum auch bei leichtem Wind einfach umfallen.

Baum mit gebrochenem Ast (Foto: Pixabay/FelixMittermeier)

Baumkontrolleure im Einsatz

Nach Sturm Sabine sind im Saarland jetzt die Baumkontrolleure unterwegs, um zu überprüfen, ob die Bäume noch sicher sind. Dabei achten sie auf Anzeichen, die auch Spaziergängern wichtige Hinweise sein können.

Die Kontrolleure blicken zum einen nach oben: Sie suchen dabei nach gebrochenen und angerissenen Ästen, die herabfallen können.

Auch ein Blick nach unten ist wichtig: Haben sich um einen Baum im Boden Risse gebildet? Falls die Erde dort nicht mehr glatt ist, dann hat sich der Baum im Boden bewegt. Die Wurzel ist geschwächt und der Baum möglicherweise nicht mehr standsicher.

Bei Zwieseln herrscht eine besondere Spannung: Ihre beiden Stämmlinge können sich unter Umständen gegenseitig auseinander drücken und der Baum bei Sturm komplett aufreißen.

Alles im grünen Bereich
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Alles im grünen Bereich
SR 1 Reporterin Julia Lehmann hat Baumkontrolleur Holger Wörner beim Rundgang über den Spielplatz der Saarbrücker Grundschule auf der Folsterhöhe begleitet.

Schiefe Bäume sind meist ein Fall für die Säge. Dabei muss man sehr vorsichtig vorgehen. Denn bei diesen Bäumen herrschen ganz andere Druck- und Spannungsverhältnisse im Holz. Beim Fällen muss man genau wissen, wie man sägen muss. Sonst kann es passieren, dass das Holz plötzlich aufspringt und der Baum auseinanderreißt.

Viele geschädigte Bäume müssen aber nicht gleich gefällt werden. So kann die Baumkrone zum Beispiel mit dehnbaren Kunststoffseilen gesichert werden. Zusammen mit einem leichten Rückschnitt reicht das oftmals schon aus, um einen Baum zu retten.

Mit dem Waldspaziergang noch warten

Auf einen Waldspaziergang sollte man derzeit besser noch verzichten und lieber warten, bis der Wind wirklich nachgelassen hat. Und selbst dann ist auch weiterhin Vorsicht geboten: Der Blick sollte also immer auch nach oben gehen und auf herabfallende Äste gefasst sein.


Auch Thema auf SR 1 am 12.02.2020 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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