Tiere, die im heimischen Garten überwintern: die Blaumeise (Foto: dpa)

Meisen sterben an Bakterium

Julia Becker   12.05.2020 | 09:45 Uhr

Auch in der Tierwelt gibt es hoch ansteckende Krankheiten. Zurzeit grassiert das Bakterium Suttonella ornithocola und vor allem Blaumeisen sind davon betroffen.

"Pandemie" in der Tierwelt: Maisensterben
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"Pandemie" in der Tierwelt: Maisensterben

In diesem Frühjahr sind bei uns viele Meisen erkrankt und gestorben. Vor allem Blaumeisen sind betroffen. Untersuchungen hätten ergeben, dass ein Bakterium die Ursache sei, sagt Christoph Braunberger vom Naturschutzbund Saar. Bakterium Suttonella ornithocola - so der Name des Bakteriums - war schon mal 1996 in Erscheinung getreten, und zwar in Großbritannien. Das Bakterium löst bei den Vögeln eine Lungenentzündung aus.

Rund 34.000 Tiere seien in Deutschland bereits an der Seuche gestorben, sagt Braunberger. Da es ca. 1,2 Millionen Blaumeisen gebe, sei der Bestand aber nicht gefährdet und werde sich nach dem Abklingen der Krankheitswelle auch wieder schnell erholen.

So kann man die Tiere schützen

Da das Bakterium hoch ansteckend ist, sollte man als Gartenbesitzer einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Wenn man einen kranken oder toten Vogel an einer Futterstelle entdeckt, sollte man umgehend die Fütterung dort einstellen, die Futterstelle gründlich reinigen und erst nach drei bis vier Wochen an der Stelle wieder Futter auslegen, sagt Braunberger. Es gehe darum, wie bei der Corona-Pandemie, die Infektionskette zu unterbrechen.

Da sich auch bei Tieren eine Resistenz entwickeln kann, wird sich der Bestand wieder erholen - und zwar recht zügig. "Meisen brüten bis zu zweimal in Jahr und haben bis zu zehn Junge", sagt der NABU-Mann. Damit werde der Bestand in wenigen Jahren wieder auf den alten Bestand angewachsen sein.


Auch Thema am 12.05.2020 auf SR 1 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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