Kinder beim Schwimmen im See (Foto: Pixabay/vrolanas)

Damit der Badespaß nicht zum Ernstfall wird

  02.07.2019 | 17:56 Uhr

Bei den hochsommerlichen Temperaturen zieht es jetzt viele in die Schwimmbäder und Badeseen, um sich im kühlen Nass zu erfrischen. Das tut gut, führt aber immer wieder auch zu Badeunfällen.

Immer wieder kommt es vor, dass Schwimmer ihre Kräfte überschätzen. Oder auch die Kraft des Wassers und der Strömung. Sie schwimmenin Flüssen, auf Seen oder im Meer zu weit hinaus oder in abgesperrte Bereiche, schaffen den Rückweg nicht mehr oder haben irgendwann nicht mehr die Kraft gegen die Strömung anzukämpfen. In solchen Notlagen muss dann die Rettungswacht oder der Schwimmmeister zu Hilfe eilen.

Die Wasserretter vom Bostalsee
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Die Wasserretter vom Bostalsee
Damit im Notfall nichts passiert, hat Schwimmmeister Uwe Rosenzweig immer ein Auge auf den See. SR1-Reporter Carl Rolshoven hat ihn bei einer Kontrollfahrt begleitet.

Vorsicht: Nach einem ausgiebigen Sonnenbad sollte man nicht erhitzt ins Wasser gehen. Dann kann der Kreislauf kollabieren.

Viele Schwimmer geraten auch deshalb in Not, weil sie nach dem Essen zu schnell ins Wasser gehen, so Uwe Balzer von der Rettungswache am Bostalsee. Dabei hat der alte Rat durchaus seine Berechtigung und sollte befolgt werden: Nicht mit vollem Magen schwimmen gehen! Denn dann wird das Blut für die Verdauung gebraucht und fehlt dafür an anderer Stelle, zum Beispiel in Armen und Beinen. Die Folge können Muskelkrämpfe sein, die für einen Schwimmer im tiefen Wasser gefährlich werden können.

Ertrinkende erkennen

Ertrinkende verhalten sich zunächst noch ruhig und versuchen selbst, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Doch wenn sie am Ende ihrer Kräfte angekommen sind, haben sie auch nicht mehr die Kraft, mit den Armen zu wedeln. Der Körper konzentriert sich nur noch aufs Luft holen und Atmen.

Wenn dann Wasser in die Lunge kommt, löst das einen Stimmritzenkrampf aus. Der führt dazu, dass man nicht mehr atmen und sprechen kann. Deshalb kann der Ertrinkende nicht schreien und um Hilfe rufen.

Ertrinkende gehen leise unter
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Ertrinkende gehen leise unter
Mit vollem Magen soll man nicht schwimmen gehen! Diese Regel wird heute viel zu oft vergessen - im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang. Warum wir diesen Rat besser befolgen sollten und woran man Ertrinkende erkennen kann, erklärt Uwe Balzer von der Rettungswache am Boastalsee.

Kinder ertrinken leise - trotz Schwimmärmchen

Auch mit Schwimmärmchen sollten Kinder nur im Nichtschwimmerbereich planschen, denn fürs tiefe Wasser sind die Schwimmhilfen nicht geeignet. Sie können nicht verhindern, dass die Kinder ertrinken, der Kopf bleibt nämlich trotzdem unter Wasser.

Wenn Kinder Wasser eingeatmet haben, sollte man in jedem Fall mit ihnen ins Krankenhaus fahren, rät der Experte. denn auch nach Stunden kann es immer noch zu Komplikationen kommen.

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> So leise ertrinkst du
504 Menschen sind letztes Jahr ertrunken. Man denkt, ein Ertrinkender schreit und fuchtelt mit den Armen. Eben nicht – und genau das ist das Problem.


Auch Thema auf SR 1 am 2.7.2019 in den Sendungen 'Balser & Mark. Dein Morgen' und 'Hallo Saarland'.

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