Symbolbild: Junge Smartphone-Nutzer  (Foto: Pixabay / terimakasih0)

Merkel-Raute gegen den Handy-Daumen

  30.11.2018 | 14:44 Uhr

Immer mehr junge Menschen leiden unter Arthrose. Vor allem in den Händen. Wohl weil sie das Handy zu viel nutzen. Was hilft? Wir haben nachgefragt.

Neues Leiden: Der Handy-Daumen

Arthrose - darunter leiden vor allem alte Leute. So dachte man bisher. Doch das stimmt nicht mehr. Nach einer Untersuchung der Krankenkasse IKK Südwest unter ihren Versicherten hat die Zahl der jungen Menschen im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Hessen, die an einer Arthrose-Erkrankung leiden, deutlich zugenommen. Demnach haben sich die Arthrosefälle bei den 21- bis 30-Jährigen zwischen 2013 und 2017 verfünffacht und bei den 31- bis 45-Jährigen mehr als verdoppelt.

Arthrose wegen Smartphones
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Arthrose wegen Smartphones

Die Probleme tauchen vor allem an Fingern und Handgelenken auf. Besonders betroffen ist dabei der Daumen. Als Ursache vermutet die Krankenkasse eine übermäßige Smartphone-Nutzung. Denn dabei werden die Bänder und Sehnen in der Hand extrem belastet, was für instabile Gelenke sorgt

Diesen Trend kann auch der Saarbrücker Orthopäde Dr. Georg Pfeifer bestätigen. Die Zahl der Jugendlichen, die mit Arthrose-Problemen in die Praxis kommen, hat deutlich zugenommen, sagt er.

Ein Jugendlicher hält ein Smartphone in der Hand (Foto: SR)

Typische Symptome sind Schmerzen am Daumen. Denn beim Handy-Halten, Wischen und Tippen wird der Bereich um den Daumen stark beansprucht, erklärt Dr. Pfeifer. Besonders die Daumenbeugensehne wird durch die monotonen, wiederkehrenden Bewegungsabläufe gereizt und beginnt dann zu schmerzen. Die Probleme treten zuerst nur bei Belastung auf, später auch, wenn die Hand ruhig gehalten wird. Dann sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Was hilft?

Merkels wilde Machtgedanken (Foto: dpa )

Am besten das Handy ein paar Tage aus der Hand legen, so der Rat von Dr. Pfeifer. Wer das nicht kann, sollte zumindest immer wieder Pausen einlegen. Und das Handy mit beiden Händen und damit mit beiden Daumen abwechselnd bedienen. Dr. Pfeifer empfiehlt darüber hinaus, den Daumen zu bewegen ebenso wie Dehnübungen, bei denen man sich die Merkel-Raute als Vorbild nehmen kann. Linderung bringen auch kühlende Verbände.


Auch Thema auf SR 1 am 29.11.2018 in der Sendung 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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