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Fast jedes dritte Akustik-Spielzeug schneidet schlecht ab

  22.11.2019 | 09:57 Uhr

Die Stiftung Warentest hat Akustik-Spielzeug wie sprechende Puppen, Roboter oder Tiere untersucht. Fast jedes dritte Spielzeug schnitt dabei schlecht ab. In sieben von 23 Produkten fanden die Prüfer gesundheitsgefährdende Stoffe.

Spielzeug im Test:
16 von 23 Produkten sind sicher

Stiftung Warentest: Akustik-Spielzeug zu einem Drittel gesundheitsgefährdend
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Stiftung Warentest: Akustik-Spielzeug zu einem Drittel gesundheitsgefährdend

Nach mehr als 600 technischen Prüfungen und rund 1450 Materialproben für die Schadstoffanalyse kamen die Tester zu dem Ergebnis: Sieben von 23 untersuchten Spielzeugen waren nur ausreichend oder sogar mangelhaft. Als Spielverderber entpuppten sich chemische Substanzen, die gesundheitsgefährdend sein können. Die Figuren und Puppen von Habro (Die Eiskönigin), Revell (Funky Bots Marvin) und Spin Master (Dragons Barrel Roll Ohnezahn) schnitten mit mangelhaft (5,5) ab und sind nach Testergebnissen von Stiftung Warentest nicht zum Verschenken geeignet. 16 Produkte aus dem Spielzeug-Test hingegen sind sicher und empfehlenswert. Bei ihnen konnten die Prüfer keine Schadstoffe nachweisen oder nur geringe, unbedenkliche Konzentrationen. Testsieger in dieser Kategorie ist die Puppe Barbie (Dreamtopia Regenbogen-Königreich).

Testkriterien

Lautstärke, Technik, Licht
Im Akustiklabor ermittelten die Prüfer die Lautstärke jedes Spielzeugs. Sie darf 80 Dezibel nicht überschreiten, um Kinderohren vor Schaden zu bewahren. Alle Produkte waren leise genug.

Auch die Lichtintensität der LEDs wurde ermittelt. Wenn LEDs zu intensiv leuchten, können sie Kinderaugen schädigen. Das war bei den getesteten Spielzeugen nicht der Fall.

Bei Produkten mit Batterien wurde unter anderem geprüft, ob das Spielzeug heiß wird oder bei einem Kurzschluss brennen kann. Alle Produkte haben diese Sicherheitstest bestanden.

Spielzeug sollte keine gefährlichen Schadstoffe enthalten
Bei der chemischen Untersuchung wies der Test am häufigsten Naphthalin nach, einen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff (PAK). Er steht unter Verdacht, Krebs zu erzeugen. Materialproben von vier Figuren enthielten kritische Mengen. Ebenso wie weitere PAK, die die Tester fanden, gelangen sie oft über verunreinigte Weichmacheröle oder Farbstoffe ins Spielzeug. Die Konzentrationen sind nicht akut giftig, einige PAK wirken aber langfristig im Organismus und schaden möglicherweise der Gesundheit. Kinder können sie beim Spielen über den Mund oder die Haut aufnehmen.

Bewertung nach Vorgaben des GS-Zeichens
Die rechtlichen Vorgaben werden eingehalten. Stiftung Warentest hat aber vorsorglich die strengen Kriterien des GS-Zeichens für Geprüfte Sicherheit zugrunde gelegt. Sie einzuhalten, ist möglich, wie die vielen unproblematischen Produkte beweisen.

Drei Spielzeug-Figuren mit Apps
In der App einer Puppe sind Comic-Gesichter gespeichert. Wird eines davon im Handy berührt, krabbelt die Puppe aufs Kind zu oder von ihm weg. Auch ein Plüscheinhorn und ein kleiner Roboter haben Apps und sind zusätzlich mit Bluetooth-Schnittstellen ausgestattet. Lassen sich Kinder darüber belauschen oder beeinflussen? Die Experten geben Entwarnung: Die drei Spielzeuge können nicht übers Internet kommunizieren wie etwa die Sprachassistentin Alexa. Stiftung Warentest fand weder in den Apps Schwachstellen noch bei der Verbindung zwischen Spielzeug und Handy.


Quelle: Stiftung Warentest
Mehr Informationen auch im Dezember-Test-Heft 12/2019

Auch Thema auf SR 1 am 22.11.2019 in der Sendung 'Dein Vormittag im Saarland'.

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