Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) errichten eine Behelfsbrücke für die Ahr. (Foto: picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Noch gibt es viel zu tun, aber der Wiederaufbau läuft

  14.10.2021 | 00:00 Uhr

Die Flutkatastrophe Mitte Juli 2021 hat nicht nur die Eifel, sondern auch das Ahrtal schwer getroffen: Häuser wurden weggespült, Straßen aufgerissen, Brücken zerstört, viele Menschen kamen ums Leben. Die Katastrophe hat bei der bundesdeutschen Bevölkerung eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. So sind bislang nicht nur viele Millionen Euro an Spendengeldern zusammengekommen, aus ganz Deutschland sind auch Helfer ins Ahrtal gekommen, um den rund 42.000 Betroffenen beizustehen. Wie ist die Lage heute, drei Monate danach?

Aufräumarbeiten und Wiederaufbau kommen langsam voran.

Wiederaufbau im Ahrtal: Es geht so langsam bergauf
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Wiederaufbau im Ahrtal: Es geht so langsam bergauf
SR-Reporter Aaron Klein ist Freiwilliger des THWs und berichtet über den aktuellen Wiederaufbau im Ahrtal im Gespräch mit SR-Moderatorin Jessica Ziegler.

SR-Moderator Aaron Klein gehört mit zu den Helfern. Er engagiert sich ehrenamtlich beim THW St. Ingbert und ist damals mit ins Ahrtal aufgebrochen, um dort schnell zu helfen. Er ist auch immer noch regelmäßig vor Ort und weiß, wie es nun, zwölf Wochen nach der Katastrophe, im Ahrtal aussieht. Auch wenn sich in der Zwischenzeit einiges getan hat, so gibt es doch immer noch viel zu tun, berichtet Klein. Die Ahr, normalerweise ein kleiner Fluss von etwa 80 Zentimeter Breite, hat jetzt ein Flussbett, das an manchen Stellen 10 bis 20 Meter breit und voller Schutt und Steine ist. Entlang der Ahr wurde alles mitgerissen. Der ganze Schutt und Müll kann nur nach und nach abgefahren werden.

Für etwa 42.000 Menschen ist die Welt seit der Katastrophe nicht mehr dieselbe. Rund 8.800 Häuser sind im Ahrtal nach offiziellen Angaben zerstört oder beschädigt. Viele Anwohner denken mit Sorge an den kommenden Winter. Bis zu 10.000 Menschen könnten im Ahrtal nicht rechtzeitig ans Gasnetz angeschlossen werden. Aber man arbeitet an verschiedenen technischen Zwischenlösungen, die gerade vor Ort getestet und überprüft werden.

Führungsstelle des THW St. Ingbert in Ahrweiler (Foto: Aaron Klein/THW St. Ingbert)

Denn noch immer sind Helfer des THW vor Ort. Rund 200 bis 300 Kräfte aus ganz Deutschland sind derzeit täglich im Einsatz, berichtet Klein. Zum einen sind Spezialisten damit beschäftigt, die Infrastruktur wiederherzustellen, Brücken zu bauen und so weiter, zum anderen sorgen viele Helfer im so genannten Bereitstellungsraum dafür, dass die Einsatzkräfte auch mit allem Nötigen versorgt werden.

Der Wiederaufbau geht kontinuierlich weiter. Das THW hat inzwischen auch Arbeiten, wie zum Beispiel Straßenbau, wieder an die Behörden abgegeben. Und im rheinland-pfälzischen Innenministerium wurde eigens eine Wiederaufbauorganisation eingesetzt, damit solche Arbeiten schneller umgesetzt werden können.

Schulunterricht im Ausweichquartier

Katja Scholl kommt aus Merzig-Silwingen. Die Lehrerin unterrichtet am Are-Gymnasium in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Bei der Flutkatastrophe wurde das Schulgebäude stark beschädigt, das Wasser stand im Erdgeschoss 1,5 Meter hoch. Das Gebäude kann derzeit nicht genutzt werden. Und es wird lange dauern, bis dort wieder Unterricht stattfinden kann. Auch auf die in Aussicht gestellte Container-Schule müssen alle noch ein paar Wochen warten.

Gymnasium im Ahrtal: "Wir werden in eine Containerschule ziehen müssen"
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Für Schüler des Are-Gymnasiums in Bad Neuenahr-Ahrweiler soll nach drei Monaten Wechselunterricht an einer Gastschule, die nicht so stark von den Fluten mitgenommen wurde, nun eine Containerschule gebaut werden. Dazu im Gespräch Lehrerin Katja Scholl mit SR-Moderatorin Jessica Ziegler.

Daher weichen Lehrkräfte und Schüler:innen derzeit in eine andere Schule aus. Die steht 15 Kilometer entfernt in Remagen. Und kann nur nachmittags genutzt werden. Für vier Stunden. Unterstufe und Oberstufe wechseln sich daher wochenweise ab. So fällt Unterrichten natürlich schwer, erklärt Katja Scholl. Und man merkt schon, dass die Schüler nicht so viel lernen wie sie müssten. Leistungsnachweise gibt es derzeit nur für Abiturklassen. Nach den Herbstferien sollen aber alle wieder vorsichtig mit einbezogen werden.

Das alles Übergangsweise. Denn geplant ist, dass der Unterricht in Container verlagert wird. Noch im November könnte es vielleicht schon soweit sein. Zehn Minuten entfernt von Bad Neuenahr sind die Arbeiten dafür voll im Gange. Viele Container sollen dort als Klassenräume dienen, aber auch ein Mensazelt und ein Sporthallenzelt sind geplant, erklärt Katja Scholl zuversichtlich.

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Auch Thema auf SR 1 am 14.10.2021 in der Sendung 'Dein Morgen im Saarland'.

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