Eine Frau fährt auf einem Fahrrad mit Anhänger (Foto: Pixabay / pasja1000)

Kinder sicher auf dem Fahrrad mitnehmen

  29.07.2021 | 00:00 Uhr

Die Umwelt freut's: Wir sind wieder mehr mit dem Fahrrad unterwegs. Das bedeutet aber auch, dass Familien ihre kleinen Kinder auf dem Rad mitnehmen. Das ist schön, aber ist das auch sicher?

Der ADAC hat unterschiedliche Systeme verglichen, mit denen man ein bis zwei Kleinkinder auf dem Fahrrad transportieren kann: Fahrradanhänger, Lastenfahrräder, und ein so genanntes Nachläufersystem, mit dem man ein Kinderfahrrad an das eigene Rad anhängen kann.

Der Fokus lag dabei auf den Stärken und Schwächen der einzelnen Systeme in puncto Handhabung, Fahrverhalten, Komfort und Sicherheit. Getestet wurde der Transport von zwei Kleinkindern im Alter von etwa 18 Monaten und drei Jahren anhand entsprechender Crash-Dummies. Bei den Tests wurde unter anderem auch ein Unfall mit einem Auto simuliert, das mit 30 km/h in das stehende Rad fährt.

Fahrräder mit Kindersitz bzw. Anhänger (Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn | Tobias Hase)

Sicherheit

Der beste Unfallschutz war beim Lastenfahrrad der Variante 'Backpacker' gegeben, bei dem zwei Kindersitze auf den Gepäckträger montiert sind. Hier sitzen die Kinder so hoch, dass sie sich bei einem Aufprall nicht im Crashbereich befinden. Wichtig ist dabei, das man sichere Fahrrad-Kindersitze montiert hat.

Fahrrad-Kindertransportsysteme im Test
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Fahrrad-Kindertransportsysteme im Test

Auch bei Lastenfahrrädern mit Transportbox ist das Kind in der Box zunächst geschützt, erklärt Melanie Mikulla vom ADAC. Gefährlich wird es allerdings, wenn das Rad umfällt und die Box über den Boden schlittert. Dann ist das Verletzungsrisiko für die Kinder groß. Im Test haben auch die Gurtsysteme versagt. "Das war ein klarer Nachteil", so Mikulla.

Beim Fahrradanhänger ist das Kind zwar durch einen 5-Punkt-Gurt und den stabilen Rahmen geschützt, es sitzt allerdings niedrig in Höhe der Stoßstange. Auch das ist schlecht.

Noch problematischer ist das Nachläufersystem mit dem angehängten Fahrrad. Hier sitzt das Kind völlig ungeschützt genau in dem Bereich, der vom Auto getroffen wird.

Fahrrad mit Nachläufersystem  (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb | Frank Leonhardt)

Komfort

Wenn man das Kind mit dem Rad nicht nur sicher, sondern auch bequem transportieren möchte, auch dann liegt der Fahrradanhänger vorn, denn den gibt es nicht nur ohne, sondern auch mit Federung. Die fängt Bodenschwellen ab. Im Vergleich zum ungefederten Anhänger werden die Belastungen beim Überfahren von Randsteinen oder Schlaglöchern um bis zu 50 Prozent reduziert.

Transportboxen dagegen sind hart und unbequem. Hier kann man die Situation für das Kind notfalls mit einigen Kissen verbessern.

Lastenfahrrad mit Hund (Foto: Pixabay/cely_)

Handling

Auch wer mit zwei Kindern auf dem Rad unterwegs ist, der kommt mit einem Anhänger am besten ans Ziel, erklärt Melanie Mikulla.

Lastenräder sind problematisch, denn sie sind sehr lang und damit sperrig, haben teilweise einen großen Wendekreis und werden bei langsamer Fahrt kippelig.

Im Vergleich dazu sind Fahrradanhänger oder auch der 'Backpacker' besser geeignet und auch leichter zu handhaben.

Der ADAC rät: Der Fahrer wie auch die Kinder sollten grundsätzlich immer einen Helm tragen, um bei einem Unfall die Verletzungsgefahr im Kopfbereich zu reduzieren.

Weitere Informationen auch unter adac.de


Auch Thema auf SR 1 am 30.07.2021 in der Sendung 'Dein Vormittag im Saarland'.

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