Orang Utan (Foto: Piaxabay / Alexas_Fotos)

Vom Aussterben bedroht: Der Orang-Utan

Marvin Brandt   05.09.2019 | 14:56 Uhr

Verheerende Waldbrände zerstören momentan das Amazonasgebiet. Dort lebt auch der Orang-Utan. Der Bestand der vom Aussterben bedrohten Art sinkt Jahr für Jahr. SR 1 Reporterin Julia Becker war zu Besuch im Neunkircher Zoo, um sich über die dort lebenden Orang-Utans zu informieren und den Mann kennen zu lernen, der sich tagtäglich um sie kümmert.

Die Waldbrände im Amazonasgebiet beschäftigen gerade die ganze Welt: Unsere grüne Lunge brennt und damit verschwindet auch der Lebensraum von vielen Tieren und Pflanzen. Tiere müssen vor den Flammen fliehen, um nicht zu sterben. Und oft handelt es sich um bedrohte Arten. Zu denen gehört schon lange der Orang-Utan! Auch seine Lebensräume brennen, zum Beispiel in Borneo. Weltweit gibt es noch circa 100.000 Borneo-Orang Utans, nur ein paar Hundert der neu entdeckten Art Tapanuli und rund 13.000 Sumatra Orang-Utans. Ein paar davon leben hier bei uns - im Neunkircher Zoo.

Zu Besuch bei Lucu & Co.
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Zu Besuch bei Lucu & Co.

Unsere Reporterin Julia Becker durfte die Orang-Utans im Neunkircher Zoo besuchen. Dort lebt momentan eine Gruppe von fünf Tieren: die Orang-Utan Damen Struppi (14) und Rezeki (12) mit ihren Töchtern Surya (6) und Nanti (3) und das Männchen Lucu (14). Dieser kam im Jahr 2012 aus dem Zoo Frankfurt am Main im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtporgrammes, kurz EEP, ins Saarland. Wie bei den Menschen befindet sich Lucu mit seinen 14 Jahren noch in der Pubertät, berichtet Revierleiter Benjamin Großmüller, soll aber später einmal für neuen Nachwuchs sorgen. Diesen gab es übrigens schon oft in Neunkirchen - im Moment ist aber kein Orang-Utan Baby in Sicht, da Lucu sich erst mal in Ruhe die perfekte Partnerin aussuchen muss.

Oft werden Zoos kritisch betrachtet, jedoch liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei den Orang-Utans in freier Wildbahn im Durchschnitt bei 50 Jahren. Ihre Artgenossen in menschlicher Obhut leben dagegen zehn Jahre länger. Weibchen wie Struppi und Rezeki bringen oft nur zwei bis drei Jungtiere zur Welt. Geht die Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums so weiter, wird die Art irgendwann nur noch in Reservaten oder Zoos erhalten bleiben.

Benjamin Großmüller ist der Mann, dessen Beruf es ist sich täglich um die Tiere zu kümmern. Dazu gehört nicht nur füttern, sondern auch viel Geduld, Verständnis und vorallem Aufmerksamkeit. Diese brauchen die Menschenaffen zur Beschäftigung, da sie in freier Natur überwiegend mit der Nahrungssuche ausgelastet sind. Seine Favoritin ist Surya, zu ihr hat er die engste Bindung und die junge Affendame liebt es vorallem, wenn ihr Pfleger ihr Zöpfchen in die langen rotbraunen Haare flechtet.

Zum Schluss hat er noch eine wichtige Bitte: Die Zoobesucher sollen die Orang-Utans nicht mit mitgebrachtem Essen füttern! Das kann gefährlich werden für die Tiere!

Auch Thema auf SR1 am 05.09.2019 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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