Elternhaltestellen: Es geht los

Kai Forst   02.05.2018 | 10:00 Uhr

Das Verkehrschaos durch Elterntaxis soll an vier Saarbrücker Schulen von nun der Vergangenheit angehören. Dafür sorgen speziell eingerichtete Elternhaltestellen. Wenn das Pilotprojekt funktioniert, könnte es auf weitere Schulstandorte ausgeweitet werden.

Verstopfte Schulwege, Parken im absoluten Halteverbot oder Fahren gegen die Fahrtrichtung: Vor vielen Schulen spielen sich jeden Morgen chaotische Szenen ab. Der Grund dafür sind die sogenannten "Elterntaxis", mit denen die Kleinen von ihren - oft besorgten und oft gestressten - Eltern zur Schule gebracht werden.

Diesem Chaos will die Landeshauptstadt Saarbrücken entgegenwirken und hat an vier Schulstandorten in Saarbrücken sogenannte Elternhaltestellen eingerichtet. An der Turmschule in Dudweiler, der Max-Ophüls-Grundschule in St. Johann, der Arnulfschule in St. Arnual und dem Rotenbühl-Gymnasium dürfen Eltern an diesen Haltestellen, die mit einem eigenen Schild gekennzeichnet sind, kurz parken, um ihre Kinder aus- oder einsteigen zu lassen. Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) ist optimistisch, dass der Test zum Erfolgsmodell werden kann. "Ich finde die Idee sehr gelungen. Und wenn sich alle daran halten und Schulen sowie Elternvertretungen mitmachen, dann kann das eine gute Sache werden."

Video [aktueller bericht, 02.05.2018, Länge: 3:13 Min.]
Elternhaltestellen an Saarbrücker Schulen

"Wie auf einer Perlenkette"

Allerdings kann das System nur funktionieren, wenn sich auch die Eltern in der Praxis an die Regeln halten. In der Theorie hört sich die Logistik der Elternhaltestellen jedenfalls praktikabel an, wie die Schulleiterin des Rotenbühl-Gymnasiums, Jutta Bost, erklärt: "Es ist so gedacht, dass der Erste, der auf die freie Elternhaltestelle zufährt, bis ganz nach vorne fährt. Dann kommt der nächste hintendran und dann der dritte - wie auf einer Perlenkette."

Elternhaltestellen vor Schulen
Audio [SR 1, (c) SR 1, 02.05.2018, Länge: 01:40 Min.]
Elternhaltestellen vor Schulen

Wichtig sei natürlich, dass die Eltern auch tätäschlich nur kurz hielten, damit das System zusammen mit den einweisenden Helfern funktioniere. "Wir werden zusammen mit Ordnungsamt, der Polizei hier doch ziemlich viele Menschen haben, die sich bemühen, das Ganze im positiven Sinne zu lenken. Es geht nicht darum, Eltern mit erhobener Kelle davon abzuhalten, irgendwo zu parken", erläutert Bost.

Ausweitung möglich

Auch die Hochschule für Technik und Wissenschaft (htw) sitzt in der Pilotphase mit im Boot, um das Projekt wissenschaftlich zu begleiten. Vor allem sollen die Auslastung der Elternhaltestellen sowie die Akzeptanz und Annahme durch die Eltern untersucht werden. Wenn sich die Elternhaltestellen an den vier Saarbrücker Schulen bewähren, sollen sie fest eingerichtet und in Zukunft auch auf weitere Schulstandorte ausgeweitet werden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 02.05.18 berichtet.

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