Apps gegen die Hitze (Foto: Pixabay / Wladynosz)

Macht 5G die Handystrahlung riskanter?

  06.09.2019 | 22:00 Uhr

Diskussionen über Gesundheitsgefahren durch Handys gibt es schon genauso lange wie die Handys selbst. Und angesichts des neuen Standards 5G wird erst recht wieder gewarnt. Stiftung Warentest hat sich deshalb zusammen mit Experten wie Ärzten und Wissenschaftlern mit dem Thema befasst.

Mit der neuen Mobilfunkgeneration 5G soll vieles besser werden: Damit kann man in kürzester Zeit riesige Datenmengen übertragen, Maschinen und Geräte vernetzen, die Digitalisierung insgesamt beschleunigen. Kritiker befürchten, dass damit aber auch der Elektrosmog dichter wird, also die Belastung durch die davon erzeugten elektromagnetischen Felder ansteigt.

Sind die neuen Frequenzen gefährlicher als die alten?

Macht 5G die Handystrahlung riskanter?
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Macht 5G die Handystrahlung riskanter?

Künftig sollen höhere Frequenzen zum Einsatz kommen als bisher. Derzeit werden Frequenzen bis etwa 4 Gigahertz genutzt, langfristig soll es aber bis 26 Gigahertz oder noch weiter hoch gehen - allerdings ist das nicht für ganz Deutschland in der Fläche gedacht, sondern vielmehr für punktuelle Einsätze, zum Beispiel für Hot Spots wie Flughäfen oder auch in der Industrie, wenn es darum geht, Maschinen zu vernetzen.

5 G braucht mehr Masten

Höhere Frequenzen haben eine geringere Reichweite. Deshalb steigt mit der Frequenzhöhe auch die Zahl der benötigten Masten. Die haben dann aber eine viel geringere Sendeleistung, da sie ja viel kürzere Strecken überbrücken müssen. Im Gesamtpegel ist deshalb keine große Veränderung zu erwarten, sagt Dr. Bettina Sauer von Stiftung Warentest.

Neuere Studien, die bei Tieren ein erhöhtes Krebsrisiko durch Handystrahlung allgemein festgestellt haben, seien dennoch mit Vorsicht zu behandeln, so Sauer. Die Toxikologie-Experten von Warentest sind zu dem Schluss gekommen, dass sich aus den Ergebnissen keine direkte Gesundheitsgefährdung von Menschen ableiten lassen lässt.

Tipp: Abstand halten

Jeder kann etwas für seine Sicherheit und seine Gesundheit tun. Das Handy muss ja gewisse Intensitäten aufbringen, um mit dem Mast Verbindung aufzunehmen. Wer beim Telefonieren ein Headset benutzt, der baut dadurch einen gewissen Sicherheitsabstand zum Handy auf. Damit ist die Strahlenquelle deutlich weiter entfernt vom Körper und somit deutlich weniger schädlich. Jeder Zentimeter macht hier schon viel aus.

Und wenn man sieht oder weiß, dass man schlechten Empfang hat, dann sollte man sich beim Telefonieren zurückhalten, rät Dr. Bettina Sauer von Stiftung Warentest.

Ausführliche Informationen enthält das September-Heft der Stiftung Warentest.


Auch Thema auf SR 1 am 29.08.2019 in der Sendung 'Dein Vormittag im Saarland'.

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