Eine Mitarbeiterin im Gesundheitswesen zieht im Impfzentrum des Rossmann Konzerns eine Spritze mit dem Covid-19 Impfstoff Comirnaty des Herstellers BionTech Pfizer auf. (Foto: picture alliance/dpa | Ole Spata)

Ergebnisse des Impfgipfels "vollkommen offen"

Mit Informationen von SR-Hauptstadtkorrespondent Uli Hauck / Onlinefassung: Rick Reitler   27.05.2021 | 09:00 Uhr

SR-Hauptstadtkorrespondent Uli Hauck geht nicht davon aus, dass es beim Impfgipfel von Bund und Ländern am 27. Mai zu "großartigen Beschlüssen" kommen wird. Ein Impfstoff für Kinder und Jugendliche sei noch nicht zugelassen, die Gemengelage der Meinungen sei "komplex" und es fehle eine Beschlussvorlage.

Seit Wochen sinken die Inzidenzzahlen bundesweit, die Impfkampagne kommt in Deutschland offenbar ganz gut voran. Seit einigen Tagen steht allerdings die Frage im Raum, ob und wann auch Kinder und Jugendliche geimpft werden dürfen bzw. sollen: Während die Ständige Impfkommission (StiKo) vorerst davon abrät, will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bis Ende August allen Kindern ab 12 Jahren ein Impfangebot machen.

"Impfgipfel" am 27. Mai

Am 27. Mai 2021 wollen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidentinnen und -präsidenten bei einem weiteren Impfgipfel darüber austauschen, wie es weiter gehen soll. Und das ist nach Einschätzung von SR-Hauptstadtkorrespondent Uli Hauck "vollkommen offen".

Uli Hauck (Foto: ARD-Hauptstadtstudio/Jens Jeske)
Uli Hauck (Foto: Jens Jeske)

Immerhin sei die Gemengelage der Meinungen "komplex" und ein für die im Fokus stehende Altersgruppe zugelassener Impfstoff noch nicht existent, erklärte Hauck im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger. Auch unter den Bundesländern gebe es unterschiedliche Sichtweisen. Am Ende könne es "darauf hinauslaufen, dass es keine Empfehlung von der Ständigen Impfkommission gibt und dass dann letzlich Eltern, Kinder und Kinderärzte darüber entscheiden, ob ein Kind geimpft wird oder nicht", meinte Hauck.

Streitfrage Impfstoff-Verteilung

Streit werde es wohl vor allem bei der Frage der Impfstoff-Verteilung geben: "Da haben sich einige Länder beschwert", so Hauck. Insgesamt gehe er nicht davon aus, dass es zu "großartigen Beschlüssen" kommen werde, zumal dafür keine entsprechende Vorlage existiere.


Weitere informationen:

Impfung von Kindern
Kinderärzte wollen Empfehlungen der STIKO abwarten
Nach den Pfingstferien startet wieder der Präsenzunterricht. Deshalb haben sich Bund und Länder dafür ausgesprochen, auch Kinder zeitnah zu impfen. Von der EU-Arzneimittelbehörde EMA wurde der Impfstoff von BioNTech/Pfizer für Kinder ab 12 Jahren freigegeben. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat allerdings noch keine allgemeine Impfempfehlung abgegeben. Und auch die Kinderärzte raten, erst noch weitere Studien abzuwarten.


Kinderarzt Dr. Benedikt Brixius
"Impfen von Kindern muss freiwillig sein"
Während Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Kinder impfen lassen will, denkt die Ständige Impfkommission (StiKo) über Impfungen nur für chronisch kranke Kinder nach. Der Sprecher der Kinderärzte im Saarland, Dr. Benedikt Brixius fordert den Grundsatz der Freiwilligkeit.


Auch Thema auf SR 1 am 27.05.2021 in der Sendung 'Dein Vormittag im Saarland'.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja