Der Autor Linus Giese (Foto: Annette Etges)

Vom Leben als Transmann

  01.03.2021 | 00:00 Uhr

Zu Gast im 'SR 1 Abendrot-Talk' ist Linus Giese. Der Blogger, Autor und Buchhändler spricht mit SR 1-Moderatorin Julia Lehmann über seinen Weg von der gebürtigen Frau zum Transmann.

Abendrot-Talk

Montag, 01.03.2021
20.04 - 21.00 Uhr
Julia Lehmann im Gespräch mit
Linus Giese
Blogger, Autor und Buchhändler

Wird es ein Mädchen oder ein Junge? Das ist oft die erste Frage, die werdende Eltern hören. Es gibt aber auch Menschen, die sich mit dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugewiesen wurde, nicht identifizieren können.

Genau so ging es Linus Giese. Er ist ein Transmann; das bedeutet: Er ist mit dem weiblichen Geschlecht auf die Welt gekommen, fühlt sich aber als Mann. Es hat lange gedauert, bis Linus verstanden hat, was mit ihm los ist, und bis er dazu stehen konnte, wie er wirklich ist.

Über den Weg dorthin hat er ein Buch geschrieben: 'Ich bin Linus' – und davon erzählt Linus Giese im 'SR 1 Abendrot-Talk'. Er schildert, wie er gemerkt hat, dass er sich als Frau nicht wohl fühlt, was die Hormone verändert haben, die er nimmt. Und wie Linus mit Hass im Netz umgeht und warum ein Moment im Starbucks alles verändert hat.



Linus Giese - Ich bin Linus (Foto: Rowohlt Verlag)

Buchtipp

Linus Giese:
Ich bin Linus
Rowohlt Verlag
15,- Euro

Ein Satz, der wie eine Selbstverständlichkeit klingt: "Ich bin Linus". Doch Linus Giese teilt sein Leben in ein Davor und Danach.

Auf beeindruckende Weise erzählt er, warum er 31 Jahre alt werden musste, um laut auszusprechen, dass er ein Mann und trans ist und warum sein Leben heute vielleicht nicht einfacher, aber sehr viel glücklicher ist.

Eigentlich ahnt er es seit seinem sechsten Lebensjahr. Doch aus Sorge darüber, wie sein Umfeld reagieren könnte und weil ihm Begriffe wie trans, queer, nicht-binär fehlen, verschweigt Linus lange, wer er wirklich ist. Mit dem Satz "Ich bin Linus" beginnt im Sommer 2017 sein neues Leben, das endlich nicht mehr von Scham, sondern Befreiung geprägt ist.

Offen erzählt Linus Giese von seiner zweiten Pubertät, euphorischen Gefühlen in der Herrenabteilung, beklemmenden Arztbesuchen, bürokratischen Hürden, Selbstzweifeln, Freundschaft und Solidarität, von der Macht der Sprache und digitaler Gewalt. Seit seinem Coming-Out engagiert sich Linus für die Rechte von Transmenschen. Vor allem im Netz, aber nicht nur dort, begegnet ihm seither immer wieder Hass. Doch Schweigen ist für ihn keine Option.

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