Dr. Hans-Christian Herrmann (Foto: Stadtarchiv Saarbrücken)

Die Strukturkrise an der Saar

  22.02.2021 | 00:00 Uhr

Zu Gast im 'SR 1 Abendrot-Talk' ist Dr. Hans-Christian Herrmann. Der Leiter des Stadtarchivs Saarbrücken und Buchautor spricht mit SR1-Moderator Stefan Berger darüber, was wir aus der vergangenen Strukturkrisen im Saarland für den vor uns liegenden, aktuellen Strukturwandel lernen können.

Abendrot-Talk

Montag, 22.02.2021
20.04 - 21.00 Uhr
Stefan Berger im Gespräch mit
Dr. Hans-Christian Herrmann
Leiter des Stadtarchivs Saarbrücken und Buchautor

Das Saarland ist ein Auto-Land: Viele Menschen hier leben von der Auto-Produktion und von Berufen, die damit verbunden sind. Aber: Hoher Konkurrenzdruck, notwendiger Wandel zur E-Mobilität, Brexit und Diesel-Skandal zwingen die Automobil-Industrie zum Wandel.

Nicht der erste Strukturwandel an der Saar: Wir hatten hier in den letzten Jahrzehnten auch schon die Kohle- und Stahl-Krise zu bewältigen - und der damals eingeleitete Strukturwandel wirft bis heute seine lange Schatten.

Was können wir aus der Vergangenheit für die aktuellen Herausforderungen lernen? Wie kann der aktuell notwendige Strukturwandel der saarländischen Automobil-Industrie gelingen? Darüber spricht SR 1-Moderator Stefan Berger mit Dr. Hans-Christian Herrmann im 'Abendrot-Talk'.

Er ist Leiter des Saarbrücker Stadtarchivs und hat ein Buch herausgegeben: „Die Strukturkrise an der Saar und ihr langer Schatten“. Das Buch gibt einen Überblick über Ursachen, Entstehung und Verlauf dieser Strukturkrise und analysiert die Strategien zu ihrer Lösung (mehr dazu im Buchtipp). 



Hans-Christian Herrmann - Die Strukturkrise an der Saar und ihr langer Schatten (Foto: Conte Verlag)

Buchtipp

Dr. Hans-Christian Herrmann:
Die Strukturkrise an der Saar und ihr langer Schatten
Conte Verlag
24,90 Euro

Auf dem Weg zur E-Mobilität und zum sogenannten grünen Stahl steht Deutschland ein massiver Strukturwandel bevor. Das betrifft insbesondere das Saarland mit seiner erfolgreich restrukturierten Stahlindustrie und seinen zahlreichen Arbeitsplätzen in der Autobranche.   

In dieser Situation lohnt sich der Blick auf die schwere Krise von Kohle und Stahl in den 1960er Jahren - und dann vor allem wieder ab 1975. Das Buch von Hans-Christian Herrmann gibt einen Überblick über Ursachen, Entstehung und Verlauf dieser Strukturkrise und analysiert die Strategien zu ihrer Lösung. 

Verschiedene Reviere wie das Saarland, Nordrhein-Westfalen, die lothringischen Departements Moselle und Meurthe-et-Moselle sowie das Großherzogtum Luxemburg werden in den Blick genommen und miteinander verglichen. Dabei zeigen sich erstaunliche Unterschiede. Mit Ausnahme von Luxemburg hat die Strukturkrise die betroffenen Regionen existenziell erschüttert und bis heute geschwächt, wie man am Beispiel Lothringens und in abgeschwächter Form auch in einigen ehemaligen saarländischen Montanstädten beobachten kann.

Die bis heute spürbaren Verwerfungen machen vor dem Hintergrund zukünftiger Prozesse deutlich, dass Strukturkrisen nicht nur an die Substanz der Wirtschaft gehen, sondern auch an das Fundament der Gesellschaft und unserer Demokratie.

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