Martin Schröder, Soziologe und Autor (Foto: Martin Schröder)

War früher wirklich alles besser?

  23.12.2019 | 00:00 Uhr

Viele Menschen haben das Gefühl, dass die Welt langsam aus den Fugen gerät. Doch stimmt das? Ist das mit Fakten zu belegen? Der Soziologe Martin Schröder sagt: Nein. Uns ging es noch nie so gut wie heute. Im 'SR 1 Abendrot-Talk' erklärt er auch warum.

Abendrot-Talk

Montag, 23.12.2019
20.04 - 21.00 Uhr
Stefan Berger im Gespräch mit
Martin Schröder
Soziologe und Autor

„Früher war alles besser – heutzutage wird alles immer schlimmer!“ Viele Menschen kennen dieses Gefühl; sie teilen und verbreiten diese Einschätzung. Doch stimmt das? Gibt es wirklich immer mehr Armut auf der Welt? Geht es tatsächlich mit unserer Lebensqualität bergab? Herrscht heute mehr Gewalt bei uns als früher?

„Keineswegs!“ sagt Dr. Martin Schröder, Professor für Soziologie an der Philipps-Universität Marburg. Er stellt objektive Daten, Zahlen und Fakten gegen Fake-News und Untergangsszenarien.

Seine Erkenntnis: Tatsächlich geht es uns heute in den meisten Lebensbereichen so gut wie noch nie. Noch nie hat ein so großer Anteil der Menschheit ein so langes, sicheres und zufriedenes Leben geführt wie heute. Noch nie gab es so wenig Armut und so wenig Krieg. Kurz: Noch nie lief so wenig schief auf der Welt – und trotzdem reden wir ständig von Krisen!

Im Gespräch mit SR1 Moderator Stefan Berger erklärt Martin Schröder, warum wir die Lage der Welt negativer einschätzen, als es objektiv zu rechtfertigen ist. Dabei geht es ihm nicht um einen blinden Optimismus, sondern um gerechtfertigten Realismus. Denn, so sein Fazit: „Die Verbesserungen der Welt zeigen, dass der Kampf für eine bessere Welt sich lohnt.“

Martin Schröder - Warum es uns noch nie so gut ging und wir trotzdem ständig von Krisen reden (Foto: Benevento Verlag)

Buchtipp

Martin Schröder
Warum es uns noch nie so gut ging und wir trotzdem ständig von Krisen reden
Verlag Benevento
20.- Euro

Wussten Sie, dass die Wahrscheinlichkeit, in der Badewanne zu ertrinken, doppelt so hoch ist wie die Gefahr, Opfer eines Terroranschlags zu werden? Das ist nur eines von vielen Beispielen, das zeigt, dass es der Welt besser geht, als viele glauben.

In seinem Buch unterzieht Martin Schröder gefühlte Wahrheiten dem Faktencheck. Mit zahlreichen Statistiken, Grafiken und Beispielen belegt er, dass es keine Gründe für Panikmache und Hysterie gibt. Flüchtlingskrise, Globalisierung, Zinsentwicklung – Martin Schröder gibt uns Fakten an die Hand, die uns helfen, populistische Scheinargumente und Fake-News zu erkennen und uns selbst sicherer zu fühlen. Denn er ist überzeugt: »Pessimisten beherrschen die Schlagzeilen. Optimisten behalten Recht.«

Über den Autor

Martin Schröder, geboren 1981, hat seine Promotion am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln verfasst. Seine weitere akademische Laufbahn führte ihn unter anderem nach Harvard, seit 2013 ist er Professor für Soziologie an der Universität Marburg mit den Forschungsschwerpunkten soziale Ungleichheit, Wirtschaftssoziologie, Moral und Wohlfahrtsstaaten. Für seine wissenschaftliche Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung. Martin Schröder lebt in Köln.


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