Zecke (Foto: pixabay / Nicooografie)

Wie gefährlich ist ein Zeckenstich?

  04.05.2018 | 00:00 Uhr

Wer viel im Freien unterwegs ist, riskiert in der warmen Jahreszeit einen Zeckenstich. Nicht jeder führt zu einer Infektion. Betroffene sollten aber bei ersten Warnzeichen einen Arzt aufsuchen.

Der Frühling bringt nicht nur Wärme und gute Laune mit sich, sondern auch Zecken. Im Saarland sind die Blutsauger verbreitet: Der Saarpfalzkreis gilt als Hochrisikogebiet für Zecken. Und die lauern nicht nur tief im Wald. Im Zeckengebiet sei man, sobald man das Haus verlässt, sagt Professor Ute Mackenstedt von der Uni Hohenheim. Denn auch im eigenen Garten können die Spinnentiere sitzen.

"Zeckenstich ist erstmal nicht schlimm"
Interview mit Dr. Florian Schumacher
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Gefährliche Krankheiten: FSME und Borreliose

Zeckenstiche sind nicht nur unangenehm. Die winzigen Blutsauger können über 200 verschiedene Krankheitserreger im sich tragen. Am weitesten verbreitet sind Borreliose und FSME.

Borreliose ist eine bakterielle Infektion. Ein erstes Anzeichen dafür ist eine kreisrunde Rötung um die Einstichstelle. Zuerst verursacht die Borreliose grippeähnliche Symptome. Danach können neurologische Ausfälle wie Sehstörungen oder Nackenschmerzen folgen, die sich bis zu einer Hirnhautentzündung ausweiten können. Daran können geschwächte Menschen sogar sterben.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) eine Virusinfektion, die zu schweren Hirnhautentzündungen führen kann. Auch sie beginnt mit Grippesymptomen. In schweren Fällen kann sie zu Lähmungen, Krampfanfällen und Koma, vereinzelt sogar zum Tod führen. Da sie durch Viren verursacht wird, gibt es keine Behandlungsmöglichkeit, sobald sie ausgebrochen ist. Das Immunsystem muss dann selbst damit fertig werden. Der einzige Schutz ist eine Impfung. Diese wird besonders für Bewohner von Hochrisikogebieten empfohlen.

Lebe ich in einem Risikogebiet? (bgv-zeckenschutz.de)

Gegen FSME schützt nur eine Impfung

Drei Einzelimpfungen sind nötig, um einen vollständigen Schutz gegen FSME aufzubauen, aber zwei sind laut dem Parasitologen Heinz Mehlhorn das Minimum. Wer sich noch für diese Saison schützen will, sollte sich dem Experten zufolge schnellstmöglich impfen lassen, da die Zeckensaison schon begonnen hat und zwischen den ersten beiden Teilimpfungen drei bis vier Wochen liegen müssen.

Keine Panik

Wer von einer Zecke gestochen wird, sollte nicht in Panik ausbrechen. Selbst in Hochrisikogebieten trägt nur ein kleiner Teil der Tiere gefährliche Erreger in sich. Deshalb müsse man nicht bei jedem Zeckenstich zum Arzt, sagt Dr. Florian Schumacher von den Saarbrücker Sonnenberg-Kliniken. Man sollte jedoch die Einstichstelle beobachten, und wenn man eine kreisrunde Rötung bemerkt oder zeitnah Grippesymptome entwickelt, ist es ratsam, sich untersuchen zu lassen.

Zecken selbst entfernen

Zecken kann man selbst entfernen. Mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange aus der Apotheke die Zecke direkt an der Einstichstelle dicht über der Haut packen und langsam herausziehen. Es sei auch nicht dramatisch, wenn ein kleines Stückchen stecken bleibe, sagt Florian Schumacher. Wichtig sei, nicht den Hinterleib zu quetschen, da man sich sonst möglicherweise Erreger selbst in die Blutbahn presst.

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