15 Jahre Facebook (Foto: Pixabay/Edar/Esther Wagner/SR)

15 Jahre Facebook

Esther Wagner   04.02.2019 | 00:00 Uhr

Am 4. Februar 2004 startete Facebook als Uni-Jahrbuch. Heute ist es mit 2,32 Milliarden aktiven Nutzern das weltgrößte soziale Netzwerk. Und trotz zahlreicher Datenschutzskandale und Prognosen, die das Ende der Plattform voraussagen, ist die Marktmacht des Facebook-Konzerns auch nach 15 Jahren ungebrochen.

Am 4. Februar 2004 startete der Student Mark Zuckerberg zusammen mit Kommilitonen The Facebook als Jahrbuch der Elite-Uni Harvard. Heute ist es mit 2,32 Milliarden aktiven Nutzern das weltgrößte soziale Netzwerk. Und trotz zahlreicher Datenschutzskandale und Prognosen, die das Ende der Plattform voraussagen, ist die Marktmacht des Facebook-Konzerns auch nach 15 Jahren ungebrochen. Im vergangenen Quartal konne das Unternehmen seinen Gewinn um 61 Prozent auf 6,8 Milliarden US-Dollar steigern - trotz negativer Schlagzeilen.

Nutzersammler Facebook

Facebook-Gründer Marc Zuckerberg
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Facebook-Gründer Marc Zuckerberg

Die deutsche Version von Facebook ging 2008 an den Start, damals mit 1,2 Millionen Nutzern. Im November 2018 waren es 32 Millionen, von denen über 23 Millionen täglich reinschauten. Nachdem zuletzt immer wieder von sinkenden Neuanmeldungen die Rede war, sind sie laut dem letzten Quartalsbericht des Unternehmens auch in Europa wieder gestiegen.Die Abwanderung der jungen Zielgruppe hat Facebook bereits 2012 mit dem Kauf von Instagram abgefangen und mit dem WhatsApp-Deal konnte der Konzern sich einen der beliebtesten Messenger der Welt mit Millionen Nutzern und eine Technologie sichern, die für alle Plattformen nutzbar ist. Insgesamt nutzen heute 2,7 Milliarden Menschen regelmäßig mindestens einen der Dienste des Facebook-Konzerns. In Deutschland droht allerdings neuer Ärger: Das Bundeskartellamt untersucht, ob Facebook beim Datensammeln nicht seine Marktmacht missbraucht.

Wie der Newsfeed das Netz veränderte

Facebook hat die Art der Internetnutzung nachhaltig verändert. 2006 wurde der Newsfeed eingeführt. Damit mussten die Nutzer nicht mehr aktiv nach Nachrichten und Statusmeldungen suchen, sondern bekamen sie bequem zugespült - damals noch chronologisch. Heute bestimmt ein komplizierter Algorithmus, welche Posts und Werbeanzeigen die Facebook-Nutzer zu sehen bekommen. Bei über zwei Milliarden Nutzern hat Facebook damit große Macht, welche Informationen gesehen werden und auch Angriffsfläche für Manipulationen und politische Stimmungsmache. Erstmals wurde diese Strategie im US-Präsidentschaftswahlkampf in großem Stil eingesetzt.

Die Ära der Messenger

Presseberichte teilweise bestätigt
Facebook baut Mega-Chat-Plattform
Eine Nachricht von Instagram zu WhatsApp schicken – das könnte bald möglich werden. Facebook plant eine gemeinsame technische Plattform für seine unterschiedlichen Chatdienste. Bisher waren die Systeme voneinander getrennt.

Ein großer Teil der privaten Kommunikation hat sich auf Messenger verlagert. WhatsApp und die Chats von Facebook und Instagram kommen zusammen auf mehr als eine Milliarde Nutzer. Nun hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit der Ankündigung für Furore gesorgt, dass er alle drei Messenger auf einer einzigen technischen Plattform vereinen will. Bisher waren die Dienste getrennt. Damit könnten über alle Netzwerke hinweg mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kommunizieren, aber es würde zugleich das Ende der anonymisierten Nutzung von Instagram und Whatsapp bedeuten. Facebook käme an mehr potenzielle Kontaktdaten heran und Hacker könnten zwar keine Einzelnachrichen lesen, aber möglicherweise sehen, wer mit wem kommuniziert.

Eine weitere unangenehme Neuerung könnte auf die WhatsApp-Nutzer zukommen. Am 1. Februar endete eine Übernahme-Vereinbarung, dass WhatsApp in den ersten fünf Jahren werbefrei bleiben muss. Dadurch könnte Facebook künftig Werbung im Statusbereich schalten.

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