Parkende Busse der SaarVV (Foto: SR)

Erweiterung des ÖPNV-Angebotes in Saarbrücken

 

Die Saarbahn will in Saarbrücken mehr als 900 zusätzliche Bus-Haltestellen an den Start bringen. Allerdings soll das neue Konzept ohne festen Fahrplan ablaufen: Die Fahrgäste rufen den Bus bei Bedarf per Telefon oder Internet zu ihrem Standort im Umkreis von 250 Metern.

Michael Irsch ist der Projektleiter bei der Saarbahn und erklärt, wie das neue Konzept funktionieren soll: "Im Wesentlichen besteht dieses System durch eine Fahrgast-App, in der der Fahrgast in Echtzeit seinen Fahrgast-Wunsch abgeben kann. Dann erhält der Fahrer einen entsprechenden Fahrauftrag mit einer Navigation zu dem Ort, wo der Fahrgast abgeholt werden muss. Und schließlich versucht die Software, auf dem Weg andere Fahrgäste mitzuholen, sodass man dann ein Pooling hat mit mehreren Fahrgästen."

Dieses Konzept ist auch bekannt unter dem Namen 'Ridepooling on Demand'. In Hamburg oder Berlin gibt es das schon, zusätzlich zum normalen Bus- und Bahnfahrplan. In Saarbrücken sollen kleine Elektrobusse mit bis zu neun Plätzen in die Nebenstraßen von Dudweiler, Schafbrücke oder auf den Eschberg fahren, wo sonst kein großer Bus hinkommt. Idealerweise bringt der Kleinbus die Fahrgäste dann zum nächsten Linienbus oder zur Bahn.

Michael Irsch ist der Projektleiter bei der Saarbahn und hat SR 1 erklärt, wie das genau funktionieren soll.
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Michael Irsch ist der Projektleiter bei der Saarbahn und hat SR 1 erklärt, wie das genau funktionieren soll.

Es sollen möglichst kurze Strecken angepeilt werden, um zu verhindern, dass man mit den Elektrobussen quer durch ganz Saarbrücken fährt. Denn: Die Rufbusse sollen keine Konkurrenz zu den Taxi-Unternehmen darstellen, sondern eine Ergänzung zum ÖPNV, sagt Michael Irsch.

Das Ganze funktioniert auch mit spontanen Fahrten. Allerdings gilt: Je früher die Software die Fahrt einplanen kann, desto höher ist die Pooling-Rate verschiedener Fahrgäste. Und damit unterscheidet sich das Konzept dann auch wesentlich von der normalen Taxifahrt.

Etwa einen Euro mehr als ein normales Ticket soll die Fahrt im Kleinbus kosten. Die ersten Tests mit 'Ridepooling on Demand' könnten Ende des Jahres laufen - je nachdem, ob der Bund das Projekt von der Saarbahn fördern wird.


Auch Thema auf SR 1 am 15.02.2021 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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