Zwei Personen streiten sich (Foto: pixabay / mikegi)

Was gegen den Familienzoff in der Corona-Krise hilft

  18.04.2020 | 21:00 Uhr

Die Corona-Krise stellt auch die Familien vor besondere Herausforderungen. Während die einen mit der aktuellen Situation super klar kommen, wird in vielen anderen gerade mehr gestritten. Die Kinderpsychologin Marion Pothmann gibt Tipps, was man dagegen tun kann.

Laune nicht an anderen auslassen

Oft kommt es zum Familienzoff, weil die Kinder ihre Freunde vermissen oder die Eltern sich wegen der Corona-Krise Sorgen machen, weiß die Kinderpsychologin Marion Pothmann. Deshalb sei es wichtig, dass man die Laune nicht einfach am anderen auslässt, also zum Beispiel zum Bruder geht und ihn ärgert.

Stattdessen kann man zum Beispiel ins Kissen boxen oder einfach mal schreien. Oder man macht 100 Hampelmänner oder läuft einmal ums Haus. Und wenn es dann doch zum Streit kommt, sollte man danach mal was für sich alleine machen und eine kleine Pause voneinander einlegen.

'Alleine-Zeiten' einplanen

 (Foto: pixabay/allenlee)

In einer kleinen Wohnung ist es jedoch schwierig, sich aus dem Weg gehen. Hier rät Pothmann, für sich 'Alleine-Zeiten' einzuplanen. Also zum Beispiel alleine nach draußen gehen oder ein Buch lesen, ein Hörspiel hören oder Playmobil spielen. Dafür braucht man nicht viel Platz. Man kann sich etwa auf einem Sessel oder Sitzsack zurückziehen.

Zudem sagt die Kinderpsychologin, dass die Eltern ihren Kindern in der Corona-Zeit ruhig mal ein bisschen mehr erlauben dürfen können. Vielleicht etwas mehr Medienzeit. Dafür sollen die Kinder aber auch mehr im Haushalt helfen. Denn es geht darum, dass es allen ein bisschen besser geht. Deshalb ist es auch gut, jeden Tag Sport zu treiben.

Tagesplan aufstellen

Weil die Schulen und Kindergärten geschlossen sind, haben viele momentan auch keinen richtigen Tagesablauf. Doch der ist wichtig. Deshalb rät Pothmann, sich einen Tagesplan aufzustellen. Denn der hilft in dieser Zeit, seine Tage zu strukturieren. Darin legt man Zeiten fest, in denen alle Familien-Mitglieder arbeiten, also Hausaufgaben oder Hausarbeit machen.

Belohnungen sind wichtig

Danach sollte man sich belohnen. Das kann man zum Beispiel mit Plätzchen oder Kuchen backen. Oder eben auch mit gemeinsamen Projekten: Familien könnten zusammen den Gartenzaun streichen, ein Aquarium bauen oder einen Comic zeichnen. Auf jeden Fall sollte man sich und den anderen ewas Gutes tun, steht für die Kinderpsychologin fest.


Auch Thema auf SR 1 am 19.04.2020 in der Sendung 'Domino'.

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