Kinder im Badesee (Foto: SR)

Kinder beim Schwimmen nie aus den Augen lassen!

  03.07.2021 | 00:00 Uhr

Im Rhein sind drei junge Mädchen ertrunken,bei Mannheim in einem See eine 8-Jährige. Seen und Flüsse sind nicht ungefährlich, aber aktuell auch beliebte Badeorte, weil die Freibäder nur begrenzt besucht werden können. Wie schützt man Kinder am besten vor Badeunfällen?

Kinder besonders gefährdet

Kinder sind ganz besonders gefährdet, denn sie werden vom Wasser quasi magisch angezogen, erklärt Kathrin Agnes vom DLRG Landesverband Saar. Die Kinder vergessen beim Baden schnell alles andere um sich herum, probieren sich aus und unterschätzen dann auch die Gefahren.

Auf Flüssen und an einigen Seen gibt es zudem Bootsverkehr, der zusätzlich Strömungen verursacht. Und die Bootsführer können kleine Kinder nur schlecht erkennen, wenn nur der Kopf aus dem Wasser ragt.

Kinder beim Schwimmen im See (Foto: Pixabay/vrolanas)

Immer weniger Kinder können schwimmen

Ein großes Problem, so die Expertin, ist außerdem: Immer weniger Kinder lernen schwimmen. Denn immer mehr Bäder werden geschlossen. Dadurch fällt in Schulen der Schwimmunterricht weg.

Die Corona-Pandemie hat dieses Problem jetzt noch zusätzlich verstärkt. Hundertausende konnten wegen Corona ihr Seepferdchen-Schwimmabzeichen nicht machen, denn wegen der Pandemie waren die Bäder geschlossene und die Schwimmkurse fielen aus.

Badeunfälle vermeiden

60 Prozent der Kinder sind nach den Anforderungen der DLRG nach der Grundschule nicht sicher im Wasser. Deshalb müssen die Eltern umso besser aufpassen: Die Kinder sollten beim Baden immer in Sichtweite bleiben und niemals aus den Augen gelassen werden.

Auch Schwimmhilfen wie Schwimmärmchen oder -ringe bieten keine hunderprotzentige Sicherheit. Fürs tiefe Wasser sind die Schwimmhilfen nicht geeignet. Sie können nicht verhindern, dass die Kinder ertrinken, der Kopf bleibt nämlich trotzdem unter Wasser.

Selbst im Flachwasser sollten die Eltern unbedingt in Reichweite bleiben, damit sie im Fall des Falles direkt eingreifen können: Gerade jüngere Kinder geraten schnell in Panik, wenn sie ausrutschen, und verlieren dann die Kontrolle.

Mehr zum Thema

Förderung von Schwimmkursen
DLRG fordert Unterstützung für Schulschwimmen
Die Förderung des Sportministeriums für das Projekt „Sicher. Unserer Kinder lernen schwimmen“ wird gut angenommen. Rund die Hälfte der Fördergelder für Schwimmkurse sind schon abgerufen. Die DLRG-Saar fordert jedoch, dass neben dem Vereinsschwimmen auch das Schulschwimmen gefördert wird.


Auch Thema auf SR 1 am 03.07.2021 in der Sendung 'Der Samstag im Saarland'.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja