Michael Bublé (Foto: Evaan Kheraj/Warner Music)

Musik als Therapie

  12.12.2018 | 19:00 Uhr

Die Gerüchte, dass Jazzsänger Michael Bublé sich aus der Musik zurückziehen will, brodeln. Doch der Sänger selbst hat das dementiert und allen zum Trotz sein neues Album "Love" aufgenommen. Dennoch fiel es dem Musiker nicht leicht, wieder zur Musik zurückzufinden.

Bei seinem ältesten Sohn wurde Krebs diagnostiziert. Das hat Michael Bublé 2016 total aus der Bahn geworfen. In letzter Zeit sind auch immer wieder Berichte auftaucht, nach denen er sich aus der Musik völlig zurückziehen will. Das hat Michael jetzt aber dementiert und auch gesagt, dass die Behandlung bei seinem Sohn gut angeschlagen hat und er sich jetzt nicht mehr so große Sorgen machen muss: "Meine Liebe zur Musik wird wohl niemals enden. Musik ist mein Leben. Aber ich werde jetzt auch mehr auf meine Familie achten. Sie ist das Wichtigste was ich habe. Wenn du durch harte Zeiten gehst, dann fühlst du immer nur den Schmerz. Nichts macht dich dann wirklich glücklich. Aber ich habe durch die Musik eine Chance, sie ist ein Teil meiner Seele."

"Da wurde mir wieder klar, wie sehr ich die Musik liebe"

Als es seinem Sohn etwas besser ging und die Behandlung Erfolge gezeigt hat, war es an der Zeit über die Zukunft nachzudenken. Michael Bublé wusste nicht, ob er weiter Musik machen wolle, aber dank seiner Freunde hat er den Weg zurück gefunden: "Ich habe also ein paar Freunde eingeladen und wir haben einfach ein bisschen rumgespielt. Das war dann der Auslöser. Da wurde mir wieder klar, wie sehr ich die Musik liebe. Ich wollte mit diesen Jungs weiter arbeiten, das war meine Therapie, um wieder die Freude im Leben zu finden."

Die Musik hat Michael wieder Auftrieb gegeben. Aber er hat in dieser Zeit, als sein Sohn krank war, auch die andere Seite des Lebens kennengelernt. Auch Menschen die das gleiche Schicksal haben und daran zerbrochen sind. Das sind Gedanken, die Michael nie vergisst: "Ich bin wirklich sehr dankbar für das Mitgefühl und die Unterstützung, die wir in der Zeit erfahren haben. Wir hatten Glück, und ich hoffe, dass alle, die an uns gedacht haben, nicht irgendwann mal das gleiche Schicksal durchmachen müssen. Gott weiß, dass wir in der Zeit auch Menschen kennengelernt haben, die es nicht geschafft haben, damit fertig zu werden."

"Ich wollte meine Familie nicht vergessen"

Michael Bublé - Love (Foto: Warner Music)

So hat Michael Bublé das neue Album „Love“ aufgenommen. Es ist ein romantisches Projekt mit Stücken von Frank Sinatra und Nat King Cole. Mal ein dickes Orchester, dann eine pure Piano Melodie und mit dem neuen Material will Michael auch wieder auf Tournee gehen: "Natürlich mache ich gerne Musik, aber am liebsten stehe ich auf der Bühne. Und das Größte, ich kann auch noch davon leben!"

Michael Bublé arbeitet auch gerne mit anderen Musikern zusammen. Beim letzten  Album hatte er sogar einen Rapper dabei. Jetzt, für dieses romantische Swing-Album, hat er u.a. die Jazz Sängerin und Pianistin Cecile Salvant ins Studio geholt. Eine Frau, die Michael sehr mag, und da gab es gleich mal etwas Stress mit seiner Frau. "Als meine Frau mitgekriegt hat, wie wir uns zum ersten Mal unterhalten haben, war sie ganz schön eifersüchtig. Ich habe von ihrer Stimme geschwärmt und dass ich alles liebe, was sie macht! Als wir uns einig waren, das wir den Song zusammen singen wollten und ich aufgelegt habe, das war im Auto, hat sich meine Frau umgedreht und meinte: „Michael, wer war das? Mit wem hast du da gesprochen?“ Und ich ganz kleinlaut: "Das war nur Cecil."

Seine Familie ist Michael Bublé sehr wichtig, daher stand sie auch während der Produktion des Albums im Vordergrund: "Ich wollte meine Lieder singen, mit den besten Musikern und mit Produzenten arbeiten, die ich mag. Aber ich wollte auch meine Familie nicht vergessen. Es sollte nicht mehr so stressig werden und nicht nur harte Arbeit sein. Also war diese Produktion für mich der totale Spaß, jede Minute im Studio war es wirklich wert!"


Auch Thema auf SR 1 in der Sendung "Absolut Musik" am 12.12.2018.

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