Elle King - Shake The Spirit (Foto: Sony Music)

Elle King und ihre Rückkehr ins 'Normale Leben'

  28.11.2018 | 19:00 Uhr

Mit 'Ex's und Oh's' landete Elle King vor drei Jahren einen Hit. Jetzt ist das zweite Album 'Shake the Spirit' der US-Musikerin da. In den Songs verarbeitet sie ihr Leben.

Elle King musste schwere Schicksals-Schläge hinnehmen: Ihre Eltern wurden früh geschieden. Danach hatte sie eine schwere Zeit. Vor zwei Jahren heiratete sie einen Mann, der ihr immer wieder Gewalt angetan hat. Deshalb ließ sie sich nach einem Jahr Ehe scheiden, hatte Depressionen.

Doch schließlich schaffte die Sängerin und Songschreiberin ihre Rückkehr ins 'Normale Leben'. Für sie waren diese Umstände ein Nährboden für ehrliche Lieder: "Ich glaube: Wenn man einen Song rausbringt, dann sollte man die Inhalte auch nachempfinden können. Es sollten deine eigenen Erfahrungen sein, denn so erreicht man die Menschen viel besser", sagt sie und ergänzt: "Sie müssen ja nicht unbedingt das gleiche durchgemacht haben, wie ich. Deshalb basieren auch alle meine Songs auf persönlichen Erlebnissen. Es geht hier nicht um die ganze Welt, es sind spezielle Sachen die ich anspreche. Ich kann nur über das singen, was ich auch selber durchgemacht habe. Ich glaube, so ist es einfacher für den Zuhörer, mir zu folgen."

Die Songs auf dem neuen Album 'Shake the Spirit' sind aber nicht durchgehend melancholisch. Elle King mischt Soul mit Rock-A-Billy. Und in den Texten macht sie sich auch mal über sich selbst lustig. Das gehört für sie einfach dazu: "Das Leben kann richtig schwer sein. Und manchmal lädt man sich so viel auf, dass man daran zerbricht. Aber wenn ich es geschafft habe, durch alle Tiefen durchzukommen und heute in der Lage bin, auch mal darüber zu lachen - auch wenn es nur für einen Moment ist - dann kann ich damit vielleicht Menschen retten."

Wenn man psychisch labil ist, ist der Stress, den das Leben als erfolgreiche Musikerin mit sich bringt, natürlich nicht unbedingt förderlich. Doch für sie steht fest: "Das ist mein Beruf, aber ich achte auch sehr auf mein Leben. Ich glaube, heute sprechen mehr Leute ganz offen über ihre psychischen Probleme und ich gehöre auch dazu. Viele kreative Künstler kämpfen mit diesen Problemen und oft entwickelt sich die Kunst aus dem tiefen Schmerz. Wenn ich aber offen bin - egal wie schlimm das für mich ist - über meinen Schmerz und meine Kämpfe schreibe und alles was ich so durchgemacht habe, dann kann ich damit vielleicht jemandem helfen."


Auch Thema auf SR 1 am 28.11.2018 in der Sendung 'Absolut Musik'.

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