SR 1 Europa-Quiz (Foto: Pixabay/Mr_Uzo/SR 1)

Europa-(Wahl)-Wissen

  13.05.2019 | 07:50 Uhr

Fakten und Infos rund um Europa und die Europawahl


DIE EUROPAWAHLEN FINDEN VOM 23. BIS ZUM 26. MAI STATT

Am Sonntag, 26. Mai, sind in Deutschland die Wahllokale geöffnet. In einigen anderen Ländern wird bereits früher gewählt, zum Beispiel in den Niederlanden schon am Donnerstag, den 23. Mai, und auch in Großbritannien. In Irland dann am Freitag, den 24. Mai. In Tschechien sind die Wahllokale Freitag und Samstag geöffnet.  In Malta, Lettland und der Slowakei nur am Samstag. Wie bei uns in Deutschland wird in den übrigen EU-Staaten am Sonntag, den 26.5. gewählt.


WARTEN AUFS ERGEBNIS

700 Millionen Menschen leben auf dem Kontinent Europa, rund 512 Millionen in den 28 Staaten der EU, und rund 400 Millionen von ihnen dürfen bei der Europawahl ihre Stimme abgeben.

In Deutschland sind die Wahllokale wie bei der Bundestagswahl von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Das offizielle Ergebnis der Europawahl erfahren wir allerdings sehr viel später als bei der Bundestagswahl, nämlich erst mitten in der Nacht. Das liegt unter anderem daran, dass in Italien die Wahllokale bis 23 Uhr geöffnet haben.


AUS DEUTSCHLAND INS EU-PARLAMENT

Für Deutschland werden 96 Abgeordnete im EU-Parlament sitzen, genauso viele wie 2014.


EU-GESCHICHTE

Angefangen hat alles schon nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals wollten die Länder in Europa endlich Frieden und Freiheit. Deshalb enstand im Jahr 1950 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Gründungsmitglieder waren Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande.


DIE EUROPÄISCHE UNION

Am 7. Februar 1992, beim "Vertrag über die Europäische Union", auch "Vertrag von Maastricht" genannt, waren 12 Länder dabei: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Portugal, Spanien und das Vereinigte Königreich. Bis der Vertrag dann in allen Ländern gültig war, hat es noch eineinhalb Jahre bis zum November 1993 gedauert. Derzeit besteht die Europäische Union aus 28 Mitgliedsstaaten - denn noch gehört Großbritannien ja dazu.


DIE EU UND IHRE MITGLIEDER

Die 28 EU-Staaten aufzuzählen ist gar nicht so einfach, vorallem nach der Osterweiterung. Teil eins der EU-Osterweiterung war 2004 und Teil zwei folgte 2007. Zuerst kamen zehn Staaten auf einmal dazu, nämlich Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern. Drei Jahre später wurden dann noch Bulgarien und Rumänien Teil der Europäischen Union.


EU-PRÄSIDENTEN

Europäischer Rat, Europäische Kommission, Europäisches Parlament - jedem der drei großen Organe der EU steht ein Präsident vor. Der Italiener Antonio Tajani ist derzeit Präsident des Europäischen Parlaments und der frühere polnische Ministerpräsident Donald Tusk ist jetzt der Präsident des Europäischen Rates.

Der Präsident der EU-Kommission ist der wichtigste Mann in der Europäischen Union. Seit fünf Jahren hat der Luxemburger Jean-Claude Juncker dieses Amt inne.

Die beiden Kandidaten mit den größten Chancen auf dessen Nachfolge sind Manfred Weber, der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei, zu der auch CDU und CSU gehören, sowie der Holländer Frans Timmermans, er ist Spitzenkandidat der Sozialdemokratischen Partei Europas, zu der die SPD gehört.


DIE EUROPAFLAGGE

Flagge der Europäischen Union (Foto: pixabay/GregMontani)

Ein Kreis mit zwölf fünfzackigen, goldenen Sternen auf blauem Grund - so sieht die Flagge der EU aus. Dabei haben haben die zwölf Sterne nichts mit der Mitgliederzahl zu tun. Vielmehr geht es um die Bedeutung der Zahl zwölf: Sie steht für Einheit, Harmonie, Solidarität, Vollkommenheit, Vollständigkeit.

Die Europa-Flagge ist übrigens älter als die EU. Schon im Dezember 1955 ist sie vom Europarat angenommen worden, doch erst 1986 wurde sie offiziell zum Symbol für die gesamte Europäische Union. Damals hat man sie so interpretiert: Der blaue Hintergrund steht für den Himmel in der westlichen Welt, die goldenen Sterne stehen für die Völker Europas.


DIE EUROPAHYMNE

Ein Klassiker der klassischen Musik wurde dafür ausgewählt: Seit 1985 ist die "Ode an die Freude" aus dem letzten Satz der neunten Sinfonie von Ludwig van Beethoven die offizielle Europahymne. In der Chorfassung wird Schillers Text "Freude, schöner Götterfunken ..." gesungen, doch als Europahymne hat das Werk keinen Text. Denn keine Sprache soll bevorzugt werden. So konnte sich auch eine Esperanto-Version, also in einer Kunstsprache, die aus ganz vielen Sprachen besteht, nicht durchsetzen. Die Europahymne ist und bleibt instrumental.


NATIONALHYMNEN

Zu den bekannten Nationalhymnen gehört die französische, die Marseillaise. Sie wurde 1792 in Straßburg verfasst, als Frankreich Österreich den Krieg erklärt hat. Sie ist ein Kriegslied, aber auch eine Hymne an die Freiheit und gegen die Tyrannei.

Die längste Nationalhymne der Welt hat Griechenland: Dessen Hymne hat 158 Strophen. Der Text entstammt einem 1823 geschriebenen Gedicht von Dionysios Solomos mit 158 Vierzeilern. Gesungen werden aber immer nur die ersten beiden Strophen.


DIE EURO-ZONE

Ohne die Europäische Union gäbe es keinen Euro. 2002 wurde er als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. Inzwischen ist er in 19 der 28 EU-Ländern die offizielle Währung, das heißt, in allen Ländern dieser Euro-Zone kann man mit der gleichen Währung bezahlen.


EU-VERORDNUNGEN

Es wird viel diskutiert über die EU. Kritiker sehen in ihr oft ein Bürokratie-Monster. Tatsächlich gibt es mehr als 20 000 EU-Verordnungen. Die regeln u.a. die „traditionelle Spezialität“ Pizza Napoletana, aber auch die Mindeslänge und Mindestdicke von Bananen, die als Handelsklasse l verkauft werden sollen, oder auch die Warnhinweise auf Zigarettenpackungen.

Eine Verordnung schreibt auch vor, dass Brötchen nicht mehr so dunkel gebacken werden dürfen. Dadurch sollen die Verbraucher vor dem Stoff Acrylamid geschützt werden, der krebserregend ist und bei hohen Temperaturen entsteht, zum Beispiel beim Backen. Diese EU-Verordnung gilt seit 2018 - auch für Pommes und Chips. Den Krümmungsgrad von Gurken schreibt die EU übrigens seit 2009 nicht mehr vor.


EUROPAS INSELN

Zu Europa gehören mehr als 470 Inseln von mindestens 20 Quadratmeter Größe. Die flächenmäßig größte Insel ist Großbritannien, Island die zweitgrößte, gefolgt von Irland. Bekannt und beliebt sind auch die Mittelmeerinseln Mallorca, Ibiza, Sardinien, Korsika, Kreta.


SPRACHENVIELFALT

In den 28 Staaten der EU gibt es 24 Amts- und Arbeitssprachen. Gesprochen werden in ganz Europa allerdings 150 Sprachen - oder auch bis zu 288 Sprachen, wenn man die Dialekte noch miteinbezieht.


EUROPAS AUSDEHNUNG

Der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes heißt Kinnarodden und liegt östlich vom Nordkap.

Der westlichste Punkt Europas liegt in Portugal: Er heißt Cabo da Roca und liegt nicht weit von Lissabon entfernt.

Europas südlichster Punkt liegt in Griechenland, und zwar auf der Südspitze der kleines Insel Gavdos, südlich von Kreta.

Und der östlichste Punkt ist Kap Olenij, im Norden einer russischen Insel.


EU-SUPERLATIVEN

Die meisten Einwohner in der EU haben die Städte London, Berlin und Madrid. Der längste Fluss ist die Wolga, während die Donau den zweite Platz belegt. Der niedrigste Berg in Europa ist auch gleichzeitig der höchste seines Landes: Der Vatikanische Hügel ist 75 Meter hoch und damit der höchste Berg des kleinsten anerkannten Staates der Welt. Die kleinste Fläche in der EU nehmen Malta und Luxemburg ein.


IM RESTAURANT

In Spanien, Italien und Frankreich ist es - anders als in Deutschland - nicht üblich, sich einfach an einen freien Tisch zu setzen. Oder auch jeden einzeln bezahlen zu lassen. So etwas regelt die EU allerdings nicht. Eine andere Sache schon: Die EU möchte nämlich, dass Restaurants in allen EU-Ländern den Gästen kostenfrei Leitungswasser ausschenken.

Die EU-Trinkwasserrichtlinie ist schon vom Europaparlament abgesegnet worden und wird wohl in diesem Sommer verabschiedet. Die Länder können die Richtlinie dann umsetzen; die deutsche Bundesumweltministerin hat auch schon Zustimmung signalisiert.


GROSSE TIERFREUNDE

Wie viele Haustiere gibt es in der EU? Auf Platz eins: 74 Millionen Katzen, gefolgt von 66 Millionen Hunden. Darüber hinaus gibt es auch noch Millionen von Meerschweinchen, Vögeln und Hamstern. Aber die Lieblingstiere sind eindeutig Hunde und Katzen. Das Kuriose dabei ist, dass die Bewohner verschiedener Länder verschiedene Tiere bevorzugen : Österreich und Frankreich sind eher Katzenländer, in Tschechien, Irland und Spanien mag man lieber Hunde. In Deutschland ist es relativ ausgeglichen.


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Vom 23. bis 26. Mai 2019 wählen die Bürger der Europäischen Union ein neues Parlament. Wie funktioniert die Europa-Wahl? Warum wurde die EU überhaupt gegründet? Und wer arbeitet dort? Darauf und auf viele weitere Fragen liefert Euch SR 1 DOMINO die Antworten: jeden Sonntag im Mai. Hier könnt Ihr die einzelnen Folgen nachlesen und auch noch mal anhören.


Übersicht
Europawahlen 2019
Der 26. Mai 2019 ist Superwahltag im Saarland. An diesem Sonntag sind die Bürger dazu aufgerufen, ein neues Europaparlament zu wählen. Alle Infos zu den Europawahlen gibt's hier.

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