Steinkohle (Foto: dpa)

Das SR 1 Kohle-Album

  12.06.2012 | 10:26 Uhr

Die Ära des Saarbergbaus ist Geschichte. Doch wir lassen die Bergbauzeit noch einmal lebendig werden: mit Ihren Fotos, Erinnerungen und Geschichten, mit einem Blick auf die Historie und mit Porträts der Bergleute!

Das SR 1 Kohle-Album

Am 30. Juni ist die Ära des Saarbergbaus zu Ende gegangen. Wir lassen die Zeit des Schwarzen Goldes noch einmal lebendig werden lassen: mit Ihren Erinnerungen und Fotos, Anekdoten und Erlebnissen. Wir haben Ihre Grubengeschichten ans Tageslicht geholt und setzen den Bergleuten damit ein akustisches Denkmal.

Als Dankeschön haben wir unter allen, die sich daran beteiligt haben, einmalige und einzigartige Erinnerungsstücke verschenkt, die mit Geld nicht aufzuwiegen sind: letzte Kohlestücke des Saarbergbaus!

Die Männer vor Ort - Bergleute im Porträt

Manfred Berwanger
und sein Museum 
Der pensionierte Bergmann aus Nalbach-Körprich hat in seiner Garage einen Grubenstollen detailgetreu nachgebaut. Darin hat er sein privates Bergbaumuseum mit vielen Bergmannsutensilien untergebracht. Und viele davon funktionieren immer noch. Berwanger will mit seiner Sammlung das kulturelle Erbe erhalten und weitergeben

Bergmann Adolf Braun aus Elversberg

Schon in den 50er Jahren war Adolf Braun ein junger Bergmann, der sich von seinem guten Lohn eine Vespa leisten konnte. Das gefiel seiner späteren Frau. Als Mitglied der Grubenwehr konnte der Bergmann dann so manchem Kameraden helfen. Das gefiel ihm. 

Die Bergbaufamilie Ney aus Schwalbach 

Der Bergbau war sein Leben. Denn Hans Philipp Ney ist Bergmann mit Leib und Seele. Das kann seine Frau Gerlinde nur bestätigen. Denn selbst im Urlaub früher und jetzt im Ruhestand lässt ihn der Bergbau nicht los...

Adrian Cattarius aus Ludweiler

Schon sein Vater war Bergmann. Adrian hat eine Ausbildung als Betriebsschlosser gemacht und sich um die Wartung der Förderbänder gekümmert. 18 Jahre lang hatte er einen guten Job. Inzwischen hat der 47-Jährige umgeschult und arbeitet in der IT-Branche.

Das SR 1 Kohle-Album :
Die Geschichte des Saarbergbaus

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Mythos Bergmann

Bergleute haben ihre eigene Sprache, ihre eigene Hymne, ihren eigenen Gruß. Unter Tage müssen sie sich völlig aufeinander verlassen können. Und: Zeitweise hat jeder zehnte Saarländer unter Tage gearbeitet. Es war ein guter Job, ordentlich bezahlt und angeblich krisensicher... 

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Arbeit unter Tage

Ein modernes deutsches Bergwerk vermittelt nur noch eine schwache Vorstellung davon, wie es früher unter Tage zuging. Heute übernehmen Maschinen einen großen Teil der Arbeit. In den 50er Jahren war das noch anders: harte Handarbeit auf engstem Raum. Und der Einsatz unter Tage hat gesundheitliche Spuren hinterlassen...

Ohne den Bergbau gäbe es das Saarland nicht

Mit dem Ende des Bergbaus steht das Saarland vor einer Zeitenwende. Die Wirtschaft im Saarland hat sehr lange von der Kohle profitiert und einige sagen auch: Ohne die Kohle gäbe es das Saarland gar nicht. Das "Saargebiet" wurde im Rahmen des Versailler Vertrags vom Deutschen Reich abgetrennt. Dabei wurde die Grenze so gezogen, dass es das Kohlerevier an der Saar umfasste einschließlich der Gebiete, in denen die Bergleute arbeiteten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen noch die Gebiete dazu, die vorher zu Bayern gehörten.

Die Anfänge des Kohleabbaus an der Saar

Das Saarland ist nachweislich die älteste Bergbauregion Deutschlands. Schon in vorchristlicher Zeit wird hier Steinkohle abgebaut. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit ist dies eine Privatangelegenheit, ein Nebenjob, mit dem sich Bauern ein paar Groschen dazuverdienen. Im 18. Jahrhundert verbietet Fürst Wilhelm Heinrich den privaten Kohleabbau. Er erkennt, dass sich daraus ein lukratives Geschäft entwickeln lässt. Der Bergbau bleibt für lange Zeit in der Hand des Staates.

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Rundum versorgt

Die Arbeit für die Preußen kam fast einer Leibeigenschaft gleich. Denn die Bergverwaltung schrieb vor, was die Bergleute zu essen, wo sie zu schlafen hatten und was sie in ihrer Freizeit machen durften.

Katholischer Revoluzzer Nikolaus Warken

'Die Zeit zum Handeln ist nun gekommen! An euch ist es, ob ihr zugrunde gehen wollt oder nicht!' - Mit diesen Worten ruft Nikolaus Warken, genannt Eckstein, kurz vor dem Jahreswechsel 1892/93 zum Bergarbeiter-Streik auf. Schon beim großen Streik von 1889 war er Streikführer. Doch diesmal geht der katholische Revoluzzer zu weit...

Franzosenzeiten: Hoch-Zeiten des Saarbergbaus

1924 ging es den fast 75.000 Bergleuten im Saargebiet relativ gut. Die Mark war inflationär, der Franken stabil. Die Bergleute bekamen ihren Lohn in Franken, deckten ihren Lebensbedarf in Deutschland, zahlten dort aber mit Franken. Real war das eine Lohnsteigerung um 50 Prozent.

Das Grubenunglück in Luisenthal

Der 7. Februar 1962 ging als "Schwarzer Tag" für den Bergbau und das Saarland in die Geschichte ein. Bei einem Grubenunglück in Luisenthal verloren fast 300 Männer ihr Leben. Es war das schwerste Unglück in der Geschichte des Saarbergbaus.

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Grube Göttelborn

Anfang der 90er Jahre stellt sich heraus, dass deutsche Steinkohle zu teuer ist. In der Folge wird die traditionsreichste saarländische Grube in Göttelborn geschlossen...

Grubenbeben in Saarwellingen

23. Februar 2008. Grubenbeben in Saarwellingen. Steine brechen aus der Kirche St. Blasius. Die Erschütterungen läuten das vorzeitige Ende des Bergbaus im Saarland ein. 

DOSSIER : 250 Jahre Bergbau an der Saar

Bergleute

Am 30. Juni 2012 endet offiziell der Bergbau im Saarland. Damit geht eine über 250-jährige Geschichte zu Ende, die die Region und das Leben der Menschen nachhaltig geprägt hat. SR-online beleuchtet in seinem Dossier noch einmal diese besondere Ära an der Saar.

 

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