Willi Walter, Karin Leibrock, Moderatorin Carmen Bachmann und Barbara Schröter (Foto: SR/Felix Schneider)

Menschenwohl-Gefährdung? Unter welchen Bedingungen unsere Lebensmittel hergestellt werden

saarland.pod - Der Politik-Podcast des Saarländischen Rundfunks

Carmen Bachmann   25.06.2020 | 06:00 Uhr

Mit dem Fall Tönnies ist uns die Frage nach billigem Fleisch und schlechten Produktionsbedingungen wieder einmal eindrücklich vor Augen geführt worden. Wird sich diesmal etwas ändern? Das ist die große Frage im saarland.pod vom 25. Juni.


Mit dem Corona-Ausbruch in großen Schlachtereien in Nordrhein-Westfalen wird uns wieder einmal eindrücklich vor Augen geführt, dass vier Euro für ein Kilo Fleisch viel zu teuer erkauft sind.

Wird sich diesmal endlich etwas an den Produktionsbedingungen ändern? Der Chef des Großschlachters Tönnies verspricht es. Vielleicht, weil es diesmal nicht um das Leid der Schlachttiere, sondern um die Menschen geht, die diese Tiere schlachten. Mit Werkverträgen häufig schlecht entlohnt, leben sie in Massenunterkünften. Dicht gedrängt Tag und Nacht. Ideale Bedingungen für die Verbreitung des Virus.

Wie sieht es in den saarländischen Fleischereibetrieben aus? Und überhaupt in der Landwirtschaft? Schon zu Beginn der Corona-Krise war ein Teil der Ernte in Gefahr, weil die Saisonkräfte aus Osteuropa nicht einreisen durften. Kommt die Lebensmittelproduktion in Deutschland gar nicht ohne Billiglohnarbeiter aus? Soll es der Verbraucher wieder richten? Oder ist der Gesetzgeber gefragt?

Es diskutieren:

  • Willi Walter, früher Geschäftsführer von Schröder Fleischwaren, jetzt Koordinator für regionale Produkte in Neunkirchen
  • Barbara Schröter, Expertin für Lebensmittel und Lebensmittelerzeugung bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes
  • Karin Leibrock, Saarlandwirt-Bäuerin mit Rindern und Schweinen und eigener Metzgerei bei Neunkirchen.

Diskussionsleitung: Carmen Bachmann

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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" vom 25.06.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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