Eine Arzthelferin gibt Informationen über eine Behandlung in eine elektronische Patientenakte ein. (Foto: picture alliance/Markus Scholz)

E-Patientenakte eingeführt, aber kaum nutzbar

mit Informationen von Herbert Mangold   01.07.2021 | 19:50 Uhr

Zur offiziellen Einführung der elektronischen Patientenakte am 1. Juli fehlt es in saarländischen Arztpraxen an den nötigen Anschlüssen. Bis alles funktioniert, kann es bis Oktober dauern.

Die elektronische Patientenakte, die sogenannte ePA, soll Ärzten die Untersuchung und Behandlung ihrer Patienten erleichtern. Dort können Versicherte, wenn sie möchten, alle relevanten Unterlagen speichern, der behandelnde Arzt könnte so schnell auf sie zugreifen.

Seit dem 1. Juli müsste die ePA in den Arztpraxen zum Einsatz kommen können. Allerdings weiß die Kassenärztliche Vereinigung im Saarland von keinem Mediziner, bei dem es zum Stichtag funktioniert hat. Beispielsweise konnte die entsprechende Software nicht geliefert werden.

Video [aktueller bericht, 01.07.2021, Länge: 2:56 Min.]
Start der elektronischen Patientenakte im Regelbetrieb

"Von flächendeckend und es funktioniert morgens ab sieben Uhr – davon kann keine Rede sein. Es ist wie immer bei der Einführung dieser Dinge. Es holpert und ruckelt", sagt KV-Vorstand Dr. Gunter Hauptmann.

Ärzte waren für Verschiebung

Eigentlich hätte man aus Sicht der Ärzte den Start verschieben müssen. Schließlich habe Corona für zusätzliche Belastung gesorgt. Doch das wollte der Gesetzgeber in Berlin nicht. Die Lösung: Es reicht schon die Bestellung der Komponenten. Das bedeutet, dass die ePA offiziell zwar am 1. Juli eingeführt wurde, aber erst ab Oktober funktionieren muss.

Bei vielen Ärzten sorgt das für Verärgerung, sagt Hauptmann: "Weil es ihnen wieder angelastet wird, dass es nicht funktioniert, wobei es von der Technik her schwierig ist."

Kaum Nachfrage

Auch wenn die ePA ab Oktober funktionieren sollte, gibt es eine weitere Hürde: Bei einem Kassenwechsel können die Daten nicht einfach mitgenommen werden. Bis Ende des Jahres müssen die Krankenkassen aber auch das ermöglichen, sagt Angela Legrum vom Verband der Ersatzkassen.

Seit dem 1. Januar 2021 müssen die gesetzlichen Krankenkassen den Versicherten eine elektronische Patientenakte bereitstellen. Im Saarland nutzen allerdings nur wenige diese Möglichkeit.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR Fernsehen am 01.07.2021 berichtet.

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