Die saarländische Turnerin Pauline Schäfer  (Foto: IMAGO / masterpress)

Schwierige Situation für Turnerin Pauline Schäfer

mit Informationen von Thomas Braml / Onlinefassung: Daniel Dresen   29.01.2021 | 21:01 Uhr

Nachdem die Turnerin Pauline Schäfer Ende vergangenen Jahres schwere Vorwürfe gegen ihre Ex-Trainerin Gabriele Frehse erhoben hat, ist die Situation am Olympiastützpunkt in Chemnitz für die Saarländerin nicht einfacher geworden. Denn Frehse bekommt Rückendeckung vom TuS Chemnitz-Altendorf und einem Teil der Chemnitzer Turn-Eltern. Obwohl der Deutsche Turner-Bund sich für eine Trennung von Frehse ausgesprochen hat.

Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer und weitere Turnerinnen hatten Gabriele Frehse vorgeworfen, sie im Training schikaniert, Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Frehse bestreitet das.

Video [aktueller bericht, 29.01.2021, Länge: 2:48 Min.]
Schwierige Situation für Turnerin Pauline Schäfer in Chemnitz

Nach einer Untersuchung durch eine unabhängige Kanzlei, hatte der Deutsche Turner-Bund (DTB) "schwerwiegende Pflichtverletzungen" der Trainerin festgestellt und sich in einem persönlichen Brief bei den betroffenen Athletinnen für die Fehleinschätzung der Vorkommnisse in Chemnitz entschuldigt. Der DTB sieht nach den Untersuchungsergebnissen "keine Grundlage für die weitere Betreuung von Athletinnen" durch Frehse und fordert die Verantwortlichen des Olympiastützpunkts in Chemnitz auf, sich von der Trainerin zu trennen. Der Olympiastützpunkt will über das weitere Vorgehen nun beraten.

Elternschaft gespalten

Wie geht es weiter für Pauline Schäfer?
Audio [SR 3, Thomas Braml , 29.01.2021, Länge: 02:20 Min.]
Wie geht es weiter für Pauline Schäfer?

Eltern von 25 Turnerinnen kritisieren jedoch in einem öffentlichen Brief die Aufarbeitung im "Fall Frehse". Dem Präsidium des DTB warfen sie verantwortungsloses und unentschuldbares Handeln vor.

Nach Ansicht von Pauline Schäfer wurden Teile der Elternschaft bei dem Brief jedoch zur Unterschrift genötigt. "Einige Eltern sind auf uns zugekommen und haben gesagt, sie haben Angst sich negativ zu äußern, wegen der Angst vor den Konsequenzen für ihre Töchter", so die Bierbacherin. Auch der Vereinschef des TuS Chemnitz-Altendorf, Franz Munzer, hat eine Entlassung der Trainerin abgelehnt. Die Chemnitzer Verantwortlichen wollen das Ergebnis der Untersuchung nicht anerkennen und drohen mit juristischen Schritten.

Das alles macht die Lebens- und Trainingssituation für Pauline Schäfer in Sachsen nicht einfacher. Dennoch hat sie sich für das laufende Jahr viel vorgenommen: das Abitur und die Nominierung für die Olympischen Spiele in Tokio.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 29.01.2021 berichtet.

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