Fahne mit dem Logo Türkgücü München (Foto: IMAGO / Ulrich Wagner)

Bitterer Rückschlag für FCS durch Türkgücü-Rückzug

Kai Forst   24.03.2022 | 12:16 Uhr

Türkgücü München stellt mit sofortiger Wirkung den Spielbetrieb ein und zieht sich aus der 3. Liga zurück. Das hat große Auswirkungen auf den 1. FC Saarbrücken und den Kampf um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Der FCS will juristisch dagegen vorgehen.

Lange wurde gerätselt, jetzt ist die Entscheidung da: Der von Geldsorgen geplagte Drittligist Türkgücü München meldet seine Mannschaft vom Spielbetrieb ab. Das hat der Verein am Donnerstag mitgeteilt.

"Eine weitere Aufrechterhaltung des Spielbetriebs wäre nur durch Bereitstellung neuen Kapitals von dritter Seite möglich gewesen. Die zu erwartenden Einnahmen aus dem Spielbetrieb bis Saisonende können die laufenden Kosten bei weitem nicht decken“, heißt es in einer Pressemitteilung. Trotz intensiver Bemühungen sei es nicht gelungen, einen neuen Investor zu finden.

Video [aktueller bericht, 24.03.2022, Länge: 3:00 Min.]
Bitterer Rückschlag für FCS durch Türkgücü-Rückzug

Folgen für den FCS

Der Rückzug aus dem Spielbetrieb hat nun weitreichende Folgen auf die Tabelle der 3. Liga. Denn die bereits gespielten Partien werden annuliert und aus der Wertung genommen. Insbesondere für den 1. FC Saarbrücken ist das bitter, denn der FCS hatte in der laufenden Saison zwei Mal gegen Türkgücü gewonnen.

Die damit errungenen sechs Punkte werden dem FCS nun abgezogen. Die Mitaufstiegskonkurrenten Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig verlieren indes nur drei Punkte. Damit rutscht der FCS vom dritten auf den vierten Platz und hat nun zwei Punkte Rückstand auf Braunschweig. Während Platz eins und zwei direkt in die 2. Bundesliga aufsteigen, garantiert Rang drei die Teilnahme an den Aufstiegsspielen.

"Die Saarbrücker sind der große Leidtragende"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Thomas Wollscheid, 24.03.2022, Länge: 03:56 Min.]
"Die Saarbrücker sind der große Leidtragende"

Verein will sich wehren

Beim FCS will man den Punktabzug jedoch nicht akzeptieren. „Wir werden alle juristischen Möglichkeiten nutzen, um dieses unsportliche und unfaire Vorgehen des Punktabzuges zu verhindern“,  teilte der Verein mit.

„Die sogenannten Insolvenzregeln, die nun zur Anwendung kommen, sind sowohl in sportlicher als auch in wirtschaftlicher Hinsicht untragbar und müssen geändert werden“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Es könne nicht sein, dass Clubs „unverschuldet dafür bestraft werden, dass andere Vereine unter Aufsicht des DFB Misswirtschaft betrieben haben“.

Außerdem könnten sportliche Konsequenzen aus den Türkgücü-Duellen wie etwa Sperren nicht rückgängig gemacht werden. „Der bloße Verweis des DFB auf formaljuristische Regularien ist nicht ausreichend, um Verantwortlichkeiten eines Verbandes zu klären und den Aufklärungsbedarf abzudecken, der durch die Insolvenz entstanden ist“, so der FCS.

Wochen der Wahrheit für den FCS

Zusätzlich zur heutigen Hiobsbotschaft und dem Sechs-Punkte-Abzug muss sich der 1. FC Saarbrücken für ein knallhartes Programm in den kommenden Wochen wappnen. Denn nach der Länderspielpause geht es nacheinander gegen 1860 München, Waldhof Mannheim und den 1. FC Kaiserslautern - allesamt Mitaufstiegskandidaten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 24.03.2022 berichtet.

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