Radfahrer am Halberg (Foto: SR)

Das saarländische L'Alpe d'Huez

Thomas Braun   05.07.2018 | 12:10 Uhr

Am Samstag startet die Tour de France, und mit L'Alpe d'Huez steht wieder eine der berüchtigsten Zielankünfte der Frankreichrundfahrt auf dem Etappenplan. Solche Gipfel gibt es im Saarland zwar nicht - aber auch hier hat der ein oder andere Anstieg zumindest das Zeug zu einer kleinen Bergwertung.

Für SR-Mitarbeiter ist er eine tägliche Herausforderung: Der Weg zum Halberg. 1,3 Kilometer geht es bei durchschnittlich 5,1 Prozent Steigung bergauf  - im unteren Drittel gibt es sogar Passagen mit zweistelligen Steigungswerten. Da kommt man als Radfahrer schon mal ins Schwitzen, aber taugt der Anstieg für eine Bergwertung nach Tour de France Maßstäben?

Die Berg-Kategorien der Tour

Bei der Tour de France wird die Schwierigkeit eines Anstiegs in fünf Kategorien unterteilt: Die einfachste ist die 4. Kategorie, danach folgen 3., 2. und 1. Kategorie. Und die richtig schweren Pässe werden als "HC" für "Hors Catégorie" - also außerhalb der Kategorie - eingestuft. Hierzu zählen legendäre Anstiege wie L'Alpe d'Huez, der Mont Ventoux oder die Neu-Entdeckung in diesem Jahr, der Col du Portet, das Ziel der 17. Etappe.

Der erste Anstieg, den die Profis bei der diesjährigen Tour bewältigen müssen, ist gleich auf der ersten Etappe die Côte de Vix: 700 Meter lang, knapp 30 Höhenmeter, 4,2 Prozent Steigung - wer diese "Herausforderung" als Erster meistert, darf sich am Ende der Etappe das rot-gepunktete Trikot des besten Kletterers zumindest für einen Tag überstreifen. Da hätten auch die radfahrenden SR-Mitarbeiter jeden Tag ein Bergtrikot verdient - wobei die Côte de Vix wohl keinen reellen Maßstab für Bergkategorien darstellt. Hier ging es den Veranstaltern wohl eher darum, das Bergtrikot überhaupt vergeben zu können. Und auf der sonst tellerflachen ersten Etappe gibt es keine größeren Herausforderungen.

Die "Staffel" mit kleiner Bergwertung

Im weiteren Verlauf der Tour müssen die Profis schon mehr leisten, um den einen Bergpunkt zu ergattern, den es für einen Anstieg der vierten Kategorie - der niedrigsten Bergwertung bei der Tour de France - gibt: Rund zwei Kilometer bei 3,5 bis 4,5 Prozent Steigung sollten es schon sein.

Aber auch von dieser Sorte gibt es bereits in den eher "flachen" südlichen Landesteilen des Saarlandes einige Anstiege. Wer schon einmal von der A6 kommend zum Ensheimer Flughafen gefahren ist, kennt die "Staffel" bei St. Ingbert: Auf 2,2 Kilometern werden 109 Höhenmeter absolviert - das entspricht einer durchschnittliche Steigung von 4,9 Prozent. Auch der Saarbrücker Winterberg spielt in dieser Kategorie mit: 1,7 Kilometer bergrauf bei durchschnittlich 5,4 Prozent Steigung - das ist mindestens eine Vierer-Kategorie. Für die nächsthöhere Wertung, eine 3. Kategorie, dürfte es hingegen nicht reichen.

Schaumberg: Steigung von fast zehn Prozent

Solch eine dritte Kategorie ist die Mûr-de-Bretagne - das Ziel der 6. Etappe bei der diesjährigen Tour de France: 139 Höhenmeter müssen die Profis auf zwei Kilometern Strecke bewältigen, eine durchschnittliche Steigung von 6,9 Prozent. Für richtige Kletterer zwar keine Herausforderung, aber wer von den Favoriten nicht aufpasst, kann hier bereits seine ersten Sekunden auf die Konkurrenten verlieren.

In dieser Liga spielt im Saarland beispielsweise der Anstieg zum Saarbrücker Schwarzenbergturm mit - hier sind es 129 Höhenmeter auf 1,7 Kilometern Strecke. Auch der Schaumberg in Tholey packt diese Hürde locker: 182 Höhenmeter bei einer Strecke von 1,9 Kilometern, 9,6 Prozent Steigung: Das ist sogar schwerer als die Mûr-de-Bretagne.

Schweißtreibend: Anstiege im Saarland

  • Schwarzenbergturm: 129 Höhenmeter auf 1,7 km - Steigung: 7,5 Prozent

  • Schaumberg Tholey (über Straße "Am Schaumberg): 182 Höhenmeter auf 1,9 km - Steigung: 9,6 Prozent

  • Winterberg Saarbrücken: 92 Höhenmeter auf 1,7 km - Steigung: 5,4 Prozent

  • Halberg: 65 Höhenmeter (1,3 Kilometer bei 6,5 Prozent Steigung, dabei im unteren Teil zweistelliges Steigungsprofil)

  • St. Ingberter Staffel: 109 Höhenmeter (2,2 Kilometer bei 4,9 Prozent Steigung)

  • Wallerfangen nach St. Barbara: 150 Höhenmeter (3,7 Kilometer bei 4 Prozent Steigung)

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