Tour de France, Fahrer auf der Avenue des Champs-Élysées in Paris (Foto: Imago Images/Pamoramic)

Favoriten und deutsche Hoffnungsträger hautnah

Thomas Braun   09.07.2019 | 09:53 Uhr

Am Samstag ist in Brüssel die 106. Auflage der Tour de France gestartet. Bis zu zwölf Millionen Fans werden bei diesem drittgrößten Sportevent der Welt an der Strecke erwartet. Saarländer können in diesem Jahr relativ leicht gleich an mehreren Tagen live dabei sein - denn die Route führt über drei Etappen durch das Elsass und Lothringen.

Nach dem Start rund um Brüssel und einem Mannschaftszeitfahren in der belgischen Haupstadt kommt der Tourtross am Dienstag in die saarländische Nachbarregion. Nur rund 120 Kilometer von Saarbrücken entfernt liegt das Ziel der 4. Etappe: Nancy. Am späten Nachmittag – gut fünf Stunden nach ihrem Start im 215 Kilometer entfernten Reims – werden die Fahrer hier erwartet. Vom Etappenprofil deutet alles auf einen Massensprint hin. Sportlich und wahrscheinlich auch touristisch interessanter werden aber die beiden folgenden Tage werden.

Video [aktueller bericht, 05.07.2019, Länge: 1:28 Min.]
Startvorbereitungen zur Tour de France

Zunächst geht es am Mittwoch von Saint-Dié-des-Vosges in einer 175,5 Kilometer langen Schleife entlang der Ausläufer der Vogesen nach Colmar, bevor dann am Folgetag die richtig schweren Anstiege der Region in Angriff genommen werden. Bei dieser 6. Etappe von Mülhausen hinauf ins Skigebiet La Planche des Belles Filles werden erstmals die Tour-Favoriten richtig gefordert werden. Gerade der sieben Kilometer lange und durchschnittlich 8,7 Prozent steile Schlussanstieg stellt eine echte Herausforderung dar – zumal auf den letzten Kilometern noch einige extrem steile Rampen mit mehr als 20 Prozent erklommen werden müssen.

Video [aktueller bericht, 04.07.2019, Länge: 4:21 Min.]
Beginn der Tour de France

Drei Top-Favoriten nicht am Start

An diesem Tag werden möglicherweise auch einige neue Fahrer ins Rampenlicht treten. Denn gleich drei der vier stärksten Fahrer aus dem vergangenen Jahr sind dieses Mal nicht am Start. Chris Froome, der eigentlich seinen fünften Toursieg angepeilt hatte, liegt nach einem schweren Sturz bei einer Trainingsfahrt mit mehreren Knochenbrüchen im Krankenhaus. Auch der letztjährige Zweite, Tom Dumoulin, ist nach einer Verletzung noch nicht in Form und hat abgesagt. Und Primoz Roglic, Viertplatzierter im vergangenen Jahr, ist ebenfalls nicht dabei.

Seinen Titel verteidigen will Vorjahressieger Geraint Thomas, der seiner Form in diesem Jahr bislang allerdings noch hinterherfuhr. Ganz anders sein Teamkollege Egan Bernal. Der junge Kolumbianer heimste in diesem Jahr bereits mehrere eindrucksvolle Siege ein und ist längst mehr als nur ein Geheimfavorit auf den Toursieg. Auch den Dänen Jakob Fuglsang haben nach überragenden Erfolgen im Frühjahr viele Experten auf der Rechnung. Zum erweiterten Favoritenkreis zählen zudem die beiden Franzosen Romain Bardet und Thibaut Pinot und der Brite Adam Yates.

Hoffnungsvolle deutsche Fahrergeneration

Auch aus deutscher Sicht dürfte die Tour spannend werden, denn eine neue Fahrergeneration rückt ins Rampenlicht. Statt André Greipel und Marcel Kittel, die in den vergangenen Jahren die Sprints dominiert hatten, könnten die deutschen Etappensieger in diesem Jahr Maximilian Schachmann oder Nils Politt heißen. Mit ihren starken Leistungen bei den schweren Klassiker-Rennen im Frühjahr sind die beiden 25-Jährigen endgültig in die Weltspitze vorgestoßen.

Sehenswürdigkeiten in der Region

Auch Bergfahrer Emanuel Buchmann, vor zwei Jahren 15. im Endklassement der Tour de France, hat sich stetig weiter entwickelt. Ein Platz unter den Top Ten im Gesamtklassement – und vielleicht sogar noch weiter vorne – ist mehr als realistisch. Außerdem steht mit dem 22-jährigen Lennard Kämna eine der großen deutschen Rundfahrt-Hoffnungen für die Zukunft erstmals am Start der Tour de France. Für ihn wird es aber vor allem darum gehen, Erfahrung zu sammeln. Top-Platzierungen sind noch nicht im Fokus.

Auch wenn in den Vogesen das Gesamtklassement erste Formen annimmt, die Entscheidung über den Toursieg folgt erst beim Zeitfahren am 19. Juli rund um Pau und auf den darauffolgenden schweren Pyrenäen- und Alpenetappen. Besondere Spannung versprechen die Bergankunft am 20. Juli auf dem Tourmalet, am 21. Juli in Foix und die Alpentrilogie vom 25. bis 27. Juli. Gleich mehrere Bergpässe jenseits der 2000-Meter-Marke müssen dabei überwunden werden.

Mehrere Stunden Live-Berichterstattung

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