Der Este Ott Tänak hat die ADAC Deutschland Rallye gewonnen (Foto: imago)

Este Tänak gewinnt die ADAC Deutschland-Rallye

sid/pps   19.08.2018 | 17:35 Uhr

Ott Tänak hat die ADAC Deutschland-Rallye gewonnen. Der Toyota-Pilot aus Estland siegte vor dem in der WM-Gesamtwertung führenden Thierry Neuville aus Belgien und dem Finnen Esapekka Lappi. Bester deutscher Teilnehmer wurde Marijan Griebel aus Hahnweiler als Achter.

Video [sportarena am Sonntag, 19.08.2018, Länge: 4:33 Min.]
Tänak gewinnt Deutschland-Rallye 2018

Ott Tänak entwickelt sich langsam zum Saarland-Experten: Sein dritter Saisonsieg war für ihn zugleich der zweite Triumph in Folge bei der "Deutschland". Nach einer Hatz über 18 Prüfungen durch Weinanbaugebiete, Wälder und über alte Militäranlagen genoss Tänak die zahlreichen "Otti, Otti"-Sprechchöre der Zuschauer in der Innenstadt von St. Wendel. Auf dem Dach seines Toyota feierte er den Triumph bei der ADAC Rallye Deutschland. Im Stile eines Champions hatte Tänak die beiden WM-Favoriten Thierry Neuville und Sebastien Ogier deutlich geschlagen.

"Die Welt schaut auf St. Wendel - was will man mehr"
Audio [SR 3, Stefan Hauch, 20.08.2018, Länge: 02:39 Min.]
"Die Welt schaut auf St. Wendel - was will man mehr"

Auf den 18 Wertungsprüfungen (WP) im Saarland und den umliegenden Regionen erlebten die Fans einen packenden Weltmeisterschaftslauf. Bereits bei der ersten Zuschauerprüfung, die am Donnerstag in St. Wendel stattfand, präsentierte sich Tänak in bestechender Form und ging in Führung. In den Weinberg-Prüfungen am Freitag und auf dem Truppenübungsplatz Baumholder am Samstag konnte der Vorjahressieger seine Spitzenposition weiter festigen, nur Weltmeister Sébastien Ogier aus Frankreich blieb in Schlagdistanz zu dem Esten. Eine Vorentscheidung zwischen Tänak und Ogier brachte am Samstagnachmittag die WP Panzerplatte 2, als der Weltmeister durch einen platten Reifen Zeit und Positionen verlor. "Ich habe diesen Kampf wirklich genossen. Aber als Seb dann leider diesen kleinen Fehler gemacht und sich den Reifenschaden eingefangen hat, mussten wir den Vorsprung nur verwalten", sagte Tänak.

Belgier Neuville der große Gewinner in der WM-Gesamtwertung

Ogier verbesserte sich im Endergebnis noch auf den vierten Platz, profitierte dabei aber auch von zwei prominenten Ausfällen am Sonntagmorgen: Der Spanier Dani Sordo (Hyundai), der nach dem Samstag auf Rang zwei gelegen hatte, schied nach einem Unfall in den Weinbergen aus. Den Finnen Jari-Matti Latvala im Toyota, Dritter vor dem Abschlusstag, hinderte ein Hydraulikproblem an der Weiterfahrt.

In der WM-Wertung war der Belgier Thierry Neuville der große Gewinner. Dank der beiden Ausfälle am Sonntagmorgen und Ogiers Fehler beendete er die Rallye auf Rang zwei und damit vor seinem französischen Kontrahenten. Seinen Vorsprung in der Gesamtwertung baute er trotz mäßiger Performance auf 23 Punkte aus. Tänak hat sich nun aber plötzlich als dritter Kandidat im Titelkampf gemeldet. Für den 30-Jährigen war es der zweite Sieg in Folge in diesem Jahr, sein Rückstand auf Neuville beträgt aber immer noch 36 Punkte. "Es ist schön, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen", sagte Tänak.

Erste WM-Punkte für Marijan Griebel

Video [sportarena am Sonntag, 19.08.2018, Länge: 3:56 Min.]
Interview mit Marijan Griebel und Alex Rath
Im Interview lassen Marijan Griebel und Alex Rath das Wochenende Revue passieren und blicken auf die nächsten Rennen der Rallye-WM.

Ein starkes Ergebnis lieferte Marijan Griebel (Hahnweiler) ab. Der amtierende U28-Europameister fuhr in seinem ersten Einsatz in der höchsten Fahrzeugklasse im Rahmen der Rallye-Weltmeisterschaft auf den achten Platz und sammelte damit die ersten Weltmeisterschaftspunkt seiner Karriere. Griebel fuhr mit einem älteren Citroen, der baugleich mit jenem Fahrzeug ist, mit dem Rallye-Legende Sebastien Loeb 2011 und 2012 die beiden letzten seiner insgesamt neun WM-Titel gewann. "Es war ein Traum. Wir hatten das gesamte Wochenende keine Fehler, deshalb sind wir sehr zufrieden mit unserer Leistung. Ich habe es wirklich genossen", sagte Griebel.

Der erst 19 Jahre alte Roman Schwedt aus Heusweiler landete bei seinem Wettbewerbsdebüt auf Rang 21. Damit war er drittbester Deutscher.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 19.08.2018 berichtet.

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