Tristan Vinzent (Foto: SR)

Tristan Vinzent – Ultra-Triathlet, Dirigent und Familienmensch

Lukas Braun / Onlinefassung: Axel Wagner   11.09.2022 | 19:03 Uhr

Im Hauptberuf ist Tristan Vinzent Trompetenlehrer und Dirigent. Über eine Wette kam er zu seiner Leidenschaft, dem Sport. Ein Marathon weckte die Lust auf mehr, es folgten Ironmans und immer größere Turniere. Heute läuft, fährt und schwimmt er unfassbare Distanzen.

Wenn Tristan Vinzent nicht gerade seinen Beruf als Dirigent ausübt oder Zeit mit seiner Frau verbringt, dann trägt er meist Laufschuhe, sitzt auf dem Rad oder steckt im Schwimmanzug – als Ultra-Triathlet. Noch im August war der 59-jährige gebürtige Ormesheimer bei der Swissultra WM am Start, um sich mit den 23 besten Ultratriathleten weltweit zu messen. Ultra-Triathlet, Dirigent und Familienmensch in einem, das verlangt Disziplin.

Tristan Vinzent – Ultra-Triathlet, Dirigent und Familienmensch
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 11.09.2022, Länge: 01:15 Min.]
Tristan Vinzent – Ultra-Triathlet, Dirigent und Familienmensch

Seine sportliche Karriere finanziert Tristan Vinzent mit der Arbeit im Orchester und als Trompetenlehrer. Aber wie kommt ein Dirigent zum Ultra-Triathlon? Im Prinzip begann alles mit einer Kiste Weizenbier bzw. mit einer verlockenden Wette. Vinzent sollte einen Marathon absolvieren, Bier gab’s zur Belohnung. Damit war die Lust auf mehr geweckt – nicht nach mehr Weizen, sondern nach größeren Distanzen und zusätzlichen Disziplinen.

Immer weiter

Irgendwann begann Vinzent, Ironman-Wettkämpfe (3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen) zu bestreiten – insgesamt 14 Stück. Es folgten Triple-Ultra-Ironmans, also die dreifache Distanz. Und Vinzent steigerte sich nochmals: Deca-Ultra-Ironmans. Das sind 38,624 km Schwimmen, 1802,47 km Radfahren und 421,95 km Laufen.

Tristan Vinzent im Interview zum Ultra-Triathlon
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 11.09.2022, Länge: 11:40 Min.]
Tristan Vinzent im Interview zum Ultra-Triathlon

Unfassbare Distanzen, aber damit noch nicht genug: Bei der „Continuous“-Variante geht es darum, die Deca-Distanz komplett an einem Stück zu absolvieren, und das ohne Schlaf. Lediglich 30 Minuten täglich darf Vinzent pausieren. Eine Disziplin, die aufgrund der Streckenlänge und des Schlafdefizits eher unmenschlich wirkt. Die Triathleten haben 345 Stunden Zeit, um ins Ziel zu kommen. Das sind über 14 Tage.

Ein eiserner Wille

Aber wie schafft ein Mensch so etwas, macht dazu hauptberuflich noch Musik auf höchstem Niveau und verbringt Zeit mit seiner Familie? Vinzent trainiert nach Bauchgefühl und wird dabei von seiner Frau unterstützt. Sein Mittel zum Erfolg ist sein unglaublich starker Wille. Ohne ihn wäre es auch nicht möglich, nach einem harten Arbeitstag noch als Training einen Marathon zu laufen.

Der Wettkampf und das Überbieten der eigenen Rekorde treiben ihn an. Wenn andere Feierabend machen, beginnt der Körper von Tristan Vinzent zu Höchstleistungen aufzulaufen – ein Leben am körperlichen Limit.

Am Sonntag, den 11. September, war Tristan Vinzent zu Gast in der „sportarena“ im SR Fernsehen, um seine Geschichte zu erzählen.

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