Die Hermann Neuberger Sportschule in Saarbrücken am 11.10.2016 (Foto: Imago/BeckerBredel)

Saarland will für Olympia 2024 Sportler locken

Mit Informationen von Thomas Braml   18.05.2022 | 19:49 Uhr

In genau 800 Tagen beginnen die Olympischen Spiele von Paris 2024. Geht es nach dem Willen der Landesregierung, sollen Mannschaften aus aller Welt in Saarbrücken für die olympischen und paralympischen Wettkämpfe trainieren. Dafür sind aber Sanierungen nötig, und das umgehend.

Alle Landtagsfraktionen waren sich bei den Beratungen am Mittwoch einig: Die Zeit drängt. Beraten wurde im Landtag darüber, wie man Sportler aus aller Welt für ihre Vorbereitungen auf Olympia 2024 in Paris nach Saarbrücken holt.

Video [aktueller bericht, 18.05.2022, Länge: 3:07 Min.]
Die Zeit drängt für eine Förderzusage für „Paris 24“

Antrag schon vor Monaten gestellt

Notwendig wären dafür Sanierungen an der Hermann-Neuberger-Sportschule – und dafür wiederum zusätzliche Geldmittel aus der Politik. Unterschiede in den Anträgen von CDU und SPD ließen sich nur punktuell ausmachen. Letztlich stimmten die Abgeordneten dem SPD-Antrag mehrheitlich zu.

Johannes Kopkow, Vorstand Sport und Vermarktung beim Landessportverband für das Saarland (LSVS), begrüßte die Debatte. Sie zeige, „wie wichtig dieses Thema ist, nicht nur für den Sport, sondern für das gesamte Saarland“. Einen Antrag des LSVS im Hinblick auf die Aufgaben für „Paris 24“ über rund 1,8 Millionen Euro gibt es bereits seit Monaten. Bislang blieb der allerdings unbeantwortet.

Reguläre Sportmittel reichen nicht aus

„Ich will da jetzt auch gar nicht drüber lamentieren, warum da noch nichts entschieden ist“, sagte dazu Sportminister Reinhold Jost (SPD) dem SR. „Sondern ich will es jetzt in die Umsetzung bringen.“

Um die Sportschule für die Olympia-Vorbereitung von Nationalmannschaften aus aller Welt attraktiv zu machen, müssen vorrangig die Unterkünfte renoviert und der Sanierungsstau reduziert werden. Aber die Mittel, die über die Saartoto-Erträge und das „Sportachtel“ in den Sport im Saarland fließen, reichen dafür nicht aus.

Das sei auch jedem klar, so LSVS-Vorstand Kopkow. Der Verband weise seit Jahren auf den Sanierungsstau allerorten hin.

Jost: Förderpaket für Saar-Sport bis zur Sommerpause
Audio [SR 3, Thomas Braml, 18.05.2022, Länge: 02:31 Min.]
Jost: Förderpaket für Saar-Sport bis zur Sommerpause

CDU will konkrete Förderzusagen

Die CDU-Fraktion im Landtag forderte die Landesregierung auf, konkrete Förderzusagen für „Paris 24“ zu machen.

Die CDU ging mit ihrem Antrag in die Vorlage und forderte die Landesregierung auf konkrete Förderzusagen für „ Paris 24“ zu machen. „Natürlich stehen die Mittel aus der Sportplanungskommission zur Verfügung“, so CDU-Landesgeschäftsführer Patrick Waldraff. „Das wird aber nicht ausreichen, wir brauchen da zusätzliche Mittel.“ Deshalb solle die Landesregierung im Rahmen des Haushaltsaufstellungsverfahrens entsprechend Geld einplanen.

Ziel ist es, deutsch-französische Trainingscamps an der Sportschule anzubieten und den Standort für Nationalmannschaften aus Asien in ihren Kernsportarten Badminton und Tischtennis attraktiv zu gestalten. Neben infrastrukturellen Verbesserungen müssen dafür auch personelle Veränderungen im Trainer- und Betreuerbereich vollzogen werden.

Jost: „Müssen uns ein bisschen dummeln“

Die Zeit drängt. Sportminister Jost will noch vor der Sommerpause die Strukturen und Zuständigkeiten geklärt wissen, um ein Gesamtpaket schnüren zu können. „Da simmer jetzt nimmeh weit weg“, formuliert er es auf Saarländisch, „und da müssen wir uns ein bisschen dummeln. Aber ich bin der festen Überzeugung: Das kriegen wir hin.“

Für „Paris 24“ müssen außerdem die Bahnverbindungen ausgebaut werden, und das schnell. Dann könnten auch das Hotelgewerbe und der Tourismus profitieren. Sonst fährt der Olympia-Zug ohne das Saarland ab.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 18.05.2022 berichtet.

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