Ludwigsparkstadion, Saarbrücken (Foto: Imago/Jan Hübner)

Weiter keine Rasenheizung im Ludwigspark

Thomas Gerber   09.04.2021 | 14:00 Uhr

Bei der Fertigstellung der Rasenheizung im Saarbrücker Ludwigsparkstadion kommt es erneut zu Verzögerungen. Damit hat die mit dem Rasenbau beauftragte Gartenbaufirma Kempf offenbar gegen vertragliche Vereinbarungen verstoßen. Wann die Heizung in Betrieb genommen werden kann, ist weiterhin offen.

Wie die Stadtverwaltung dem SR mitteilte, sollte die Heizung diese Woche am Mittwoch, 7. April „vertragsgemäß“ bei einem Vor-Ort-Termin gemeinsam abgenommen werden. Zur „Verwunderung“ der Stadt sei die mit dem Bau der Heizung beauftragte Firma zu diesem Termin nicht erschienen. Es würden nun weitere „rechtliche und wirtschaftliche Schritte“ geprüft.

Firma hatte kein „Zeitfenster“

Lupa-Rasenheizung: Der schwarze Peter liegt jetzt bei der Gartenbaufirma
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 09.04.2021, Länge: 01:01 Min.]
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Der Rechtsanwalt der Firma Kempf bestätigte dem SR, dass es Probleme mit dem Subunternehmer gebe. Die Berliner Firma ITP habe Fristen nicht eingehalten. Zugleich räumte der Kempf-Vertreter ein, dass die Stadt „jetzt am längeren Hebel sitze“. Man sei aber bemüht, eine praktikable Lösung zu finden und sei in Gesprächen mit der Firma ITP.

Deren Geschäftsführer erklärte auf SR-Anfrage, dass er aufgrund anderer Aufträge kein „Zeitfenster“ zur Erfüllung seines Auftrags in Saarbrücken gehabt habe. Zugleich sicherte er zu, die Heizungsanlage nach Abschluss der Saison in der Dritten Liga Ende Mai innerhalb von maximal 14 Tagen funktionstüchtig übergeben zu können.

Problem für Hurricanes?

Dazu seien allerdings noch kleinere Arbeiten erforderlich, für die auch „54 Meter Graben zur Verlegung von Leitungen“ ausgehoben werden müssten. Bis zum Start der neuen Saison in der Dritten Fußballbundesliga seien die Arbeiten aber in jedem Fall abgeschlossen.

Ob durch die Arbeiten an der Rasenheizung die Spielplanung der Saarland Hurricanes gestört werden könnte, ist derzeit demgegenüber noch unklar. Die Canes wollen am 5. Juni mit einem Heimspiel im Ludwigspark in die Saison der German Football League starten.

Rechtsstreit beigelegt

In einem zuletzt zwischen der Stadt und Kempf geschlossenen Vergleich war vereinbart worden, dass die Rasenheizung funktionstüchtig zum 31. März zu übergeben ist. Damit war die juristische Auseinandersetzung zwischen beiden Parteien beigelegt worden. Kempf erhielt nach SR-Informationen von den geforderten 600.000 Euro lediglich einen Teilbetrag von etwa 300.000 Euro. Die Restsumme sollte bei Fertigstellung des Rasens inklusive Heizung fließen. Sollte es durch die jetzt aufgetretenen Verzögerungen zu Mehrkosten kommen, müssten die zunächst von Kempf getragen werden. Dem Steuerzahler entstünden also unmittelbar keine Mehrkosten.

Nach übereinstimmenden Informationen des Saarländischen Rundfunks und der Saarbrücker Zeitung wollen sich Vertreter der beteiligten Firmen und der Stadt am Montag um 14.00 Uhr im Ludwigspark treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 09.04.2021 berichtet.

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