Luftbildaufnahme des Saarbrücker Ludwigsparkstadion im September 2019 (Foto: Alexander M. Groß)

FCS-Fans wollen fertigen Ludwigspark bis 2020

Thomas Gerber / Onlinefassung: Sandra Schick   23.11.2019 | 17:15 Uhr

Die Anhänger des 1. FC Saarbrücken fordern, das Ludwigsparkstadion in jedem Fall für den Beginn der nächsten Saison spielbereit fertigzustellen. An Saarbrückens Oberbürgermeister Conradt und Innenminister Bouillon üben sie heftige Kritik. Conradt reagierte bereits: Es werde ein Treffen mit den Fans geben.

In einem offenen Brief des Verbands der FCS-Fanclubs an Ministerpräsident Tobias Hans und Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt (beide CDU) heißt es, der FCS könne auf keinen Fall erneut Hunderttausende in das Vöklinger Stadion investieren, um dort bei einem eventuellen Aufstieg in die Dritte Liga spielen zu dürfen. Notfalls müsse es möglich gemacht werden, den Ludwigspark auch ohne Tribünendächer nutzen zu können.

Conradt lädt Fans zu Treffen ein

Land und Stadt sollten schon jetzt für die notwendigen Ausnahmegenehmigungen wegen des Lärmschutzes sorgen. In ihrem Schreiben kritisieren die Fans das Vorgehen von Conradt bei der Information über die aktuellen Baumängel und werfen ihm Salamitaktik vor. Er habe mehrfach erklärt, den Stadionbau zur Chefsache zu machen. Er solle die Fans nun zeitnah zu einem Treffen einladen und über das weitere Vorgehen umfassend informieren. Conradt müsse - auch wenn Probleme auftauchten - für Transparenz gegenüber der Fanszene sorgen.

Oberbürgermeister Uwe Conradt reagierte prompt: Er kündigte am Samstag zeitnah eine Informationsveranstaltung für die FCS-Fans an. Anfang der kommenden Woche werde eine Einladung verschickt. Conradt: "Ich kann die Verärgerung der Fans gut verstehen. Der 1. FC Saarbrücken und seine Anhänger wollen endlich zurück in ihre Heimat." Er könne zwar heute noch keine abschließenden Aussagen dazu machen, wann das Stadion fertig sei, kündigte aber an, dass spätestens im Dezember Klarheit herrschen soll.

Auch Bouillon in der Kritik

Kritik üben die Fans auch am Vorgehen von Innenminister Klaus Bouillon (CDU). Der habe 2017 die Genehmigung eines Sonderkredits möglicherweise aus wahltaktischen Überlegungen gestoppt. Die danach von ihm geforderte Vergabe des Stadionbaus in Einzelgewerken erweise sich zwischenzeitlich als Bumerang. Zum einen explodierten die Kosten immer weiter, zum anderen passten nun auch die Teile nicht zusammen. Hätte Bouillon 2017 den Kredit genehmigt, wäre das Stadion für knapp 30 Millionen gebaut worden und schon seit zwei Jahren fertiggestellt. Es würde Einnahmen und keine Kosten produzieren. Von Ministerpräsident Hans und seinem Kabinett erwarten die Fans in ihrem offenen Brief, dass er „den Weiterbau mit allen zu Verfügung stehenden Möglichkeiten unterstützt.“

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 23.11.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja