LSVS-Vize Franz Josef Schumann (Foto: SR)

Schumann verließ sich auf Wirtschaftsprüfer

Frank Grundhever / Onlinefassung: Axel Wagner   15.02.2019 | 19:36 Uhr

In eineinhalb Wochen beginnt vor dem Landgericht der Prozess im Finanzskandal um den Landessportverband (LSVS), unter anderem gegen den früheren Verbandsvize Franz Josef Schumann. Es geht um das Millionenloch, das beim Verband entstanden ist, obwohl Wirtschaftsprüfer über Jahre finanzielle Stabilität attestiert hatten.

„Man muss sich, wenn man irgendwo Verantwortung übernommen hat, auch mal auf das verlassen können, was vorgelegt wird“, sagte Schumann im Redaktionsgespräch mit dem SR. „Insbesondere wenn es dann absolute Experten sind, denke ich, hat man das getan, wofür man gewählt und entsandt worden ist.“

Umstrittene Geburtstagsfinanzierung

In den Gerichtsverhandlungen geht es um die Vorwürfe „Untreue und Vorteilsgewährung“. Unter anderem geht es darum, dass der LSVS den 70. Geburtstag von Innenminister Klaus Bouillon (CDU) ausgerichtet und zum Teil finanziert hatte. Nun soll geklärt werden, ob dies rechtens ist, und falls nicht, wer dafür Verantwortung übernehmen soll. „Wir wären da natürlich wesentlich vorsichtiger gewesen, wenn wir gewusst hätten, wie die finanzielle Lage wirklich aussieht“, so Schumann. „Dann hätte ich wahrscheinlich auch gesagt, ‚Jetzt hätte das ein Geschmäckle‘, zumal der Innenminister auch Rechtsaufsicht ist.“

Eine Verurteilung, so Schumann, sei ein schlechtes Zeichen für Ehrenamtler. Wenn man immer mit einem Bein im Gefängnis stehe, so der Präsident des Saarländischen Fußballverbands, dann sei es schwer, ehrenamtliche Mitarbeiter zu rekrutieren.

Video [aktueller bericht, 15.02.2019, Länge: 1:52 Min.]
LSVS-Finanzskandal: Gespräch mit Franz Josef Schumann

Über dieses Thema berichtet auch der „aktuelle bericht“ im SR Fernsehen vom 15.02.2019.

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