Klage des LSVS vor dem Landgericht Saarbrücken gegen seine ehemaligen Wirtschaftsprüfer am 22.11.2021 (Foto: SR)

Auftakt für LSVS-Klage gegen Wirtschaftsprüfer

Mit Informationen von Stefan Hauch   22.11.2021 | 20:29 Uhr

Der Landessportverband ist auch im vierten Jahr nach dem Finanzskandal immer noch mit der Aufarbeitung der Vorgänge beschäftigt. Am Montag wurde über die Klage gegen seine ehemaligen Wirtschaftsprüfer verhandelt. Die Aussichten für den LSVS auf einen Sieg sind jedoch nicht gut, er muss nachlegen.

Zehn Millionen Euro fordert der Landessportverband für das Saarland (LSVS) von seinen ehemaligen Wirtschaftsprüfern von Auditax – und klagt deshalb vor dem Landgericht Saarbrücken. Sie sollen laut LSVS falsche Testate erstellt haben.

Video [aktueller bericht, 22.11.2021, Länge: 3:34 Min.]
LSVS-Prozess gegen Ex-Wirtschaftsprüfer

LSVS: Ausmaß der Schulden nicht erkennbar

Dadurch sei für die damals Verantwortlichen beim LSVS das Ausmaß der Verschuldung nicht erkennbar gewesen. Aus den daraus resultierenden Fehlentscheidungen sei ein Schaden in Höhe von zehn Millionen Euro entstanden. Am Montag wurde nun darüber verhandelt.

125.000 Euro Prozesskostenvorschuss musste der LSVS dafür erst einmal leisten – dabei sind Anwalts- und Gerichtskosten nicht berücksichtigt. Bei einer Niederlage kämen auch noch die Kosten für die Anwälte der Gegenseite dazu.

Wirtschaftsprüfer widersprechen

Die fordert die Abweisung der Klage, die das frühere LSVS-Präsidium zusammen mit dem Sanierungsbeauftragten 2019 eingereicht hatte. Schon vor Monaten war ein Teil der Klage gegen den ehemaligen Hauptgeschäftsführer in allen Punkten abgewiesen worden.

Das Gericht äußerte grundsätzliche Zweifel an der Begründung der Klage des LSVS, konnte die Zusammenhänge nicht bestätigen. „Das Gericht hat uns Hausaufgaben aufgegeben, um die wir uns jetzt in den nächsten Wochen kümmern werden“, sagte LSVS-Vorstand Joachim Tesche dem SR.

Verfahren könnte LSVS 400.000 Euro kosten

Der Anwalt der Wirtschaftsprüfer, Gerd-Hans Schock, sieht sich durch die Zweifel des Gerichts bestätigt. „Die Jahresabschlüsse, die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gemacht worden sind, haben jedes Jahr ausgewiesen, dass man wesentlich mehr Geld ausgibt als man einnimmt. Es geht um hohe sechsstellige Beträge.“ Die Argumentation des LSVS hält er angesichts dessen für „schwierig“.

Die Hoffnung auf einen Erfolg ist mit diesem ersten Verhandlungstag für den LSVS deutlich geringer geworden. Das Verfahren könnte den Landessportverband geschätzte 400.000 Euro kosten. Nach den Worten von Vorstand Tesche hat der Verband dafür jedoch Rückstellungen gebildet.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 22.11.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja