Fußball-Schiedsrichter (Foto: pixabay/planet_fox)

Höhere Strafen bei Gewalt gegen Schiedsrichter

  18.10.2019 | 17:42 Uhr

Im Saarland können bei Gewalt gegen Schiedsrichter künftig deutliche höhere Strafen drohen. Zudem sollen die Schiedsrichter mehr Befugnisse bekommen.

Auf seiner Sitzung am Donnerstag hat der Saarländische Fuballverbund (SFV) die bisher geltenden Obergrenzen in der Strafordnung gestrichen. Stattdessen gilt nun die generelle in der Satzung festgelegte Obergrenze: Und die ist deutlich höher. Wurden bei einem Vergehen eines Spielers vorher maximal 250 Euro Strafe fällig, sind jetzt Strafen bis zu 5000 Euro möglich.

Längere Sperrung möglich

„Die Praxis wird bei minderschweren Fällen bleiben, wie sie bislang war", ordnet SFV-Justitiar Joachim Schmieden die Neuerung ein. "Bei der Änderung geht es vor allem um die Bestrafung von schwerwiegenden Fällen. Hier wurde die bisherige Obergrenze als zu gering angesehen.“

Neben der Erhöhung der Geldstrafen können Spieler auch länger gesperrt werden. Hier sind jetzt bis zu vier statt vorher maximal zwei Jahren möglich.

Schiedsrichter dürfen Ordner anweisen

Zudem dürfen Schiedsrichter bei Fußballspielen den Platzordnern Anweisung erteilen, zum Beispiel einen Zuschauer vom Platz zu verweisen. Setzen die Ordner diese Anweisung nicht um, droht dem Heimverein eine Strafe. Das war bislang nicht so. Des Weiteren erhalten Schiedsrichter vom Sportgericht einen Verfahrensbeistand. Dieser soll laut Schmieden ein erfahrener Schiedsrichter sein.

Initiator des Schiedsrichter-Streiks gesperrt

Unterdessen wurde der Waderner Schiedsrichter Oliver Thome vom Kreisschiedsrichterausschuss bis Februar 2020 für den Spielbetrieb gesperrt. Thome hatte seine Kollegen im September zu einem Streik aufgefordert, um auf die Gewalt gegen Schiedsrichter aufmerksam zu machen. Zudem hatte er in einem Interview mit SR 3  den Saarländischen Fußballverband kritisiert. Die Sperre sei ihm telefonisch mitgeteilt worden, so Thome. Er warte noch auf die schriftliche Begründung des Ausschusses.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 18.10.2019 berichtet.

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