Fußballspieler der einen Ball schießt (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Letzter Anstoß in der Regionalliga

Kai Forst   18.05.2019 | 08:30 Uhr

Kein Meister, kein Aufsteiger, keine 3. Liga: Die Regionalliga-Saison endet am Samstag für die Saar-Clubs ohne Highlights. Und dennoch ist das Saarland das stärkste Bundesland in der Regionalliga Südwest. Alle drei Clubs werden voraussichtlich unter den besten Fünf landen und machen Lust auf die nächste Saison.

Auf einen so überlegenen Regionalliga-Meister hätte vor der Saison kaum einer getippt. Mit 21 Punkten Vorsprung steht Waldhof Mannheim vor dem letzten Spieltag über allen Dingen. Spannender ist da schon der Kampf um Platz zwei zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem FC Homburg. Allerdings geht es nur noch um die Goldene Ananas. Denn im Unterschied zu den Vorjahren gibt es keine Aufstiegsrunde, sondern der Meister steigt direkt in die 3. Liga auf.

FCS: Vorne dabei - dennoch nicht überzeugt

Die bessere Ausgangsposition hat in jedem Fall der FCS. Mit einem Punkt Vorsprung auf die Homburger empfängt die Lottner-Truppe den Tabellenletzten Hessen Dreieich. Für die Malstatter ist die Saison nicht so gelaufen wie erhofft. Maximal 67 Punkte können sie am Ende erreichen. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es 82. Ob alles nur auf den Abgang des Top-Stürmer-Duos Schmidt/Behrens zurückzuführen ist?

Fakt ist: Der FCS hat in dieser Saison häufig nicht überzeugt – und dennoch wird man am Ende womöglich auf Platz zwei landen. Trainer Dirk Lottner ist zudem nicht unumstritten. Auch wenn sich Präsident Harmut Ostermann zuletzt hinter den Kölner gestellt hat, gab es immer wieder Gerüchte, ob der FCS-Cheftrainer in der nächsten Saison Dirk Lottner heißen wird.

Homburg: Starker Aufsteiger mit Schwächen in der Offensive

Eine deutlich schwierigere Aufgabe hat am Samstag der FC Homburg zu lösen, denn es geht gegen den Tabellenvierten Kickers Offenbach. Aber egal, wie die Partie auch ausgeht: Platz drei ist dem FCH nicht mehr zu nehmen. Was der Aufsteiger unter Trainer Jürgen Luginger über die ganze Saison geleistet hat, ist beachtlich. In den vergangenen Jahren hatte Homburg in der Regionalliga schon häufiger starke Phasen, brach dann aber irgendwann ein.

Wenn es jetzt gelingt, die Offensiv-Abteilung entscheidend zu verstärken, dann ist nächste Saison einiges drin. Die Abteilung Angriff war bis weilen ein wenig schwach auf der Brust. 54 Tore – das ist zu wenig, um ganz vorne mitzuspielen. Auf der anderen Seite stellt Homburg die beste Abwehr der Liga.

Einen Top-Transfer kann der FCH bereits verbuchen: Der linke Mittelfeldspieler Jannik Sommer wechselt vom Meister Mannheim nach Homburg. Der 27-Jährige bringt über die Außenbahn reichlich Torgefahr mit. In seinen bislang 173 Regionalligaeinsätzen schoss Sommer 54 Tore – als Mittelfeldspieler eine starke Quote.

Die zwei Gesichter der SVE

Die SV Elversberg bekommt es am letzten Spieltag mit dem FK Pirmasens zu tun. Eine Aufgabe, die Trainer Horst Steffen nicht unterschätzen wird – auch wenn Pirmasens zuletzt gegen Homburg eine 5:0-Klatsche einstecken musste. Davor wiederum gelangen den Pfälzern fünf Siege in Folge. Die SVE dürfte also gewarnt sein. Andererseits wird die SVE die letzte Saisonprüfung mit dem notwendigen Selbstvertrauen angehen. Denn nach Mannheim ist Elversberg das beste Team der Rückrunde. Die Mannschaft zeigt unter Horst Steffen, der Ende Oktober Roland Seitz als Trainer beerbte, ein völlig anderes Gesicht und spielt plötzlich temporeichen Kombinationsfußball.

Offensive blüht auf

Zur Erinnerung: In der Hinrunde wollte nichts zusammenpassen und die Mannschaft fand sich plötzlich auf den Abstiegsrängen. Ein Trainerwechsel zur rechten Zeit also. Vor allem in der Offensive hat sich einiges getan. Spieler wie der quirlige Spanier Israel Suero blühen plötzlich auf und machen Tore. Acht Mal traf Isuero als offensiver Mittelfeldspieler - allein sieben Mal in den letzten acht Spielen.

Auch Routinier Kevin Koffi wurde plötzlich zum Torgaranten. Drei Treffer in 15 Partien unter Trainer Seitz stehen bislang 16 Tore in 17 Spielen unter Trainer Steffen gegenüber. Wenn alles gut läuft, wird ihm das die Torjägerkrone in der Regionalliga Südwest bescheren. Und sollte er seinen Vertrag bei der SVE verlängern und der Verein sich punktuell verstärken, darf Elversberg in der kommenden Saison in dieser Verfassung von der 3. Liga träumen. Nach dieser besonderen Saison werden die Verantwortlichen aber erst einmal mit Rang vier oder fünf zufrieden sein.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 18.05.2019 berichtet.

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