Das Strafgesetzbuch liegt auf einer Akte. (Foto: picture alliance / Marcel Kusch/dpa)

Vater gesteht Tötung von Sohn

mit Informationen von Gabor Filipp   21.08.2019 | 12:03 Uhr

Vor dem Saarbrücker Landgericht hat am Mittwoch der Totschlagsprozess gegen einen 66-Jährigen begonnen. Dem Mann wird vorgeworfen, seinen 30-jährigen Sohn am 1. Januar 2018 in seinem Wohnhaus in Beckingen mit drei Schüssen getötet zu haben. Am ersten Prozesstag legte der Mann ein umfangreiches Geständnis ab.

Video [aktueller bericht, 21.08.2019, ab Minute: 14:07]
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Der Tat sollen laut Staatsanwaltschaft jahrelange familiäre Konflikte vorausgegangen sein. Diese seien um die Weihnachtszeit 2017 für die Dauer mehrerer Tage eskaliert. Am Tattag soll der Sohn gegen den Willen des Vaters über den Balkon in dessen Haus eingedrungen sein.

Ausführliche Aussage des Angeklagten

Der Angeklagte hat sich am ersten Prozesstag ausführlich zu den Geschehnissen geäußert. Rund eineinhalb Stunden lang berichtete der 66-Jährige über den Verlauf der Ereignisse aus seiner Sicht und beantwortete Fragen. Er gab zu, seinen Sohn mit drei Schüssen getötet zu haben.

Prozessauftakt um tödliche Schüsse in Beckingen
Audio [SR 3, Gabor Filipp, 21.08.2019, Länge: 05:33 Min.]
Prozessauftakt um tödliche Schüsse in Beckingen

Er berichtete, der Sohn habe seit Jahren Drogen konsumiert. Darüber sei es immer immer wieder zum Streit gekommen. Am 1. Januar sei der Sohn gegen den Willen des Vaters ins Haus eingedrungen und habe sich geweigert, wieder zu gehen. Auch als der Vater ihn mit vorgehaltener Pistole bedroht habe, habe der Sohn das Haus nicht verlassen wollen. Dann habe er "irgendwann einfach abgedrückt", schilderte der Angeklagte vor Gericht.

Mit Pistole des Großvaters erschossen

Die Pistole soll der Angeklagte zu einem nicht bekannten Zeitpunkt in den Sachen seines Sohnes gefunden und behalten haben. Usprünglich hatte sie offenbar einmal dem inzwischen verstorbenen Großvater gehört, der bei der Polizei beschäftigt gewesen war.

Der Angeklagte war in seiner Heimatgemeinde auf lokaler Ebene über viele Jahre politisch aktiv und als Ortsvorsteher, Mitglied des Orts- und Gemeinderates und Vorsitzender des Ortsverbandes einer Partei tätig.

Urteil könnte im September fallen

Nach Auskunft einer Gerichtssprecherin sind zwei weitere Verhandlungstage vorgesehen. Das Urteil könnte demnach am 5. September fallen.

Über dieses Thema wurde auch in der SR3-Rundschau vom 21.08.2019 berichtet.

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