Pauline Schäfer (Foto: picture alliance/Thomas Kienzle/dpa)

Ex-Weltmeisterin Schäfer erhebt schwere Vorwürfe

  28.11.2020 | 09:47 Uhr

Training über die Schmerzgrenze hinaus, mentale Erniedrigungen, Diätzwang: Die saarländische Profi-Turnerin Pauline Schäfer und fünf weitere Turnerinnen erheben im Wochenmagazin "Der Spiegel" schwere Vorwürfe gegen eine Trainerin am Bundesstützpunkt in Chemnitz.

Schäfer berichtete, sie sei über Jahre schikaniert worden. Das Training habe die Grenzen ihrer körperlichen und seelischen Belastbarkeit überschritten. "Meist haben wir uns gar nicht getraut zu sagen, wenn uns was wehtat, weil es dann hieß: Reiß dich zusammen, andere halten das auch durch", sagte die Turnerin, die für Deutschland 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio geturnt hatte.

Immer wieder habe sie sich auch verletzende Sprüche wegen ihrer Figur, ihres Gewichts anhören müssen. "Solche Bemerkungen sind ihr nicht rausgerutscht, damit wollte sie mich bewusst kleinhalten", sagte Schäfer und spricht von "Psychoterror". Der Druck sei so groß gewesen, dass sich drei andere Mädchen im Internat "eine Zeit lang" sogar "geritzt haben".

DTB überprüft Vorwürfe

Der Deutsche Turner-Bund (DTB) will den Vorwürfen nachgehen. Man nehme die "erhobenen Vorwürfe äußerst ernst und wird die in Rede stehenden Sachverhalte unverzüglich unabhängig aufklären lassen, um sodann über mögliche Konsequenzen entscheiden zu können". Der Anwalt der Trainerin sprach gegenüber dem Spiegel von einer "Vielzahl von Unwahrheiten und haltlosen Vorwürfen".

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.11.2020 berichtet.

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