Patrick Schmidt, 1. FC Heidenheim (Foto: Imago Images / Philipp Szyza)

"In Heidenheim glaubt man an mich"

Kai Forst   13.10.2019 | 08:30 Uhr

In Saarbrücken als eiskalter Torejäger veehrt, in Heidenheim noch nicht wirklich zum Zug gekommen: Für Stürmer Patrick Schmidt gestaltet sich der Wechsel in die zweite Fußball-Bundesliga durchaus schwierig. Doch der Saarländer will sich durchboxen - auch weil er das Gefühl hat, dass die Verantwortlichen an ihn glauben.

Es läuft noch nicht ganz so rund, wie sich Patrick Schmidt das vorgestellt hat. Der Angreifer, der im vergangenen Sommer vom Regionalligisten 1. FC Saarbrücken zum 1. FC Heidenheim in die zweite Liga wechselte, findet sich meist auf der Bank wieder. Einmal stand er in den bisherigen neun Spielen der laufenden Saison in der Startelf, zwei Mal wurde er eingewechselt. Bei sechs Partien kam er gar nicht zum Zug.

Eine Situation, die dem 26-Jährigen nicht schmeckt, mit der er aber professionell umgeht. „Als Spieler will man natürlich immer so viel spielen wie möglich. Am Ende entscheidet der Trainer. Aber klar ist auch: Der Spieler, der auf der Bank sitzt und damit zufrieden ist, ist fehl am Platz.“

Große Konkurrenz in der Offensive

Eine Situation, die neu ist für Schmidt. In den vergangenen Jahren war er bei seinen Clubs nicht nur gesetzt, er war auch stets der Topstürmer, der Tore am Fließband schoss und die wichtigen Spiele entschied. Beim 1. FC Saarbrücken erzielte er in den Spielzeiten 16/17 und 17/18 insgesamt 41 Saisontore. Auch beim FC Homburg war Schmidt im Sturm das Maß der Dinge. In der Saison 15/16 kam er aufgrund von Verletzungen nur zu 16 Einsätzen - und erzielte dennoch elf Treffer.

"Durch Leistung überzeugen"

„Ich kann nur versuchen, immer alles zu geben und durch Leistung zu überzeugen", sagt der gebürtige Homburger mit Blick auf seine neue Rolle in Heidenheim. Doch die Konkurrenz in der Offensive ist enorm. Vom Bundesligisten Freiburg holte der Club Mittelstürmer Tim Kleindienst (zwei Tore in vier Spielen). In der Winterpause kam außerdem Robert Leipertz vom Drittligisten Ingolstadt. Er ist mit fünf Treffern der Top-Torjäger.

Auch Stefan Schimmerer, der wie Schmidt meist von der Bank kommt, hat in fünf Spielen bereits zwei Mal getroffen. Und dann wäre da natürlich noch Heidenheims Urgestein Marc Schnatterer. Der 33-Jährige spielt unter Trainer Frank Schmidt immer.

"Will den Weg mit Heidenheim gehen"

Es wird also schwer für Schmidt. Doch die Einstellung stimmt. „Die Konkurrenz ist überall groß und belebt das Geschäft.“ Wechselgedanken hegt er, der in Heidenheim einen langfristigen Vertrag bis 2022 unterschrieben hat, derzeit nicht. „Für mich ist klar, dass ich den Weg zusammen mit Heidenheim gehen will, weil mich der Weg des Vereins überzeugt. Und man gibt mir hier schon das Gefühl, dass man an mich glaubt."

Ein Vollblutstürmer im besten Fußball-Alter, der hauptsächlich auf der Bank Platz nehmen muss: Das weckt natürlich Begehrlichkeiten bei anderen Clubs, die um die Torjäger-Qualitäten Schmidts wissen. „Es gab die eine oder andere Anfrage von Vereinen mit Blick auf eine Ausleihe. Aber das war eigentlich nie ein Thema.“

"Bin immer über den FCS informiert"

Patrick Schmidt im Einsatz für den 1. FC Saarbrücken (Archivfoto)  (Foto: Imago Images/Eibner)
So kennen ihn die Saarbrücker Fans: Patrick Schmidt mit Zug zum Tor.

Ob sein Ex-Club, der 1. FC Saarbrücken, auch schon angeklopft hat? Immerhin stehen die Chancen nicht schlecht, dass der FCS nach einigen fehlgeschlagenen Anläufen in diesem Jahr endlich den Aufstieg in die 3. Liga schaffen wird . Nein, der FCS habe nicht angefragt. Allerdings stehe er regelmäßig mit Sportdirektor Marcus Mann in Kontakt.

Und überhaupt verfolge er die Geschicke seines Ex-Vereins intensiv. „Wie sie spielen, wie die Aufstellung ist: Über den FCS bin ich eigentlich immer informiert.“ Und Schmidt ist optimistisch, dass es – anders als im Mai 2018, als er mit dem FCS in der Aufstiegsrunde gegen 1860 München scheiterte – in dieser Saison klappen wird. „In diesem Jahr hat Saarbrücken die stärkste Mannschaft in der Regionalliga Südwest. Da kommt, was die Konstanz angeht, in dieser Saison niemand heran. Auch nicht Steinbach. Ich denke und hoffe, dass der FCS aufsteigt.“

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