Saarbrücker Ludwigsparkstadion (Foto: SR)

Ligaauftakt im Ludwigspark steht auf der Kippe

Daniel Dresen mit Informationen von Frank Grundhever   02.02.2020 | 15:00 Uhr

Die Rückkehr des 1. FC Saarbrücken ins Ludwigsparkstadion im Sommer wird immer unwahrscheinlicher. Bei einem Fantreffen konnte Saarbrückens Oberbürgermeister Conradt keine verbindliche Auskunft geben, ob das Stadion zum Saisonbeginn 2020/21 bespielbar ist. Die Suche nach einem drittligatauglichen Ausweichstadion erweist sich für den 1. FC Saarbrücken als nächste Herausforderung.

Im vergangenen November hatte Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) noch angekündigt, dass vor dem Jahreswechsel Klarheit herrschen soll, wann der Stadionumbau abgeschlossen ist. Beim Treffen mit Fans des 1. FC Saarbrücken am Samstag auf der Stadionbaustelle konnte Conradt aber keine Garantie aussprechen, dass das Ludwigsparkstadion zum Saisonbeginn 2020/21 bespielbar sein wird.

Video [aktueller bericht am Samstag, 01.02.2020, Länge: 3:20 Min.]
Kosten für den Ludwigspark erneut gestiegen

"Schnellstmöglich wollen wir die Baustelle fertigmachen. Wir haben Wünsche und Ziele, die in dem Bauzeitenplan drin sind. Aber klar ist eben auch, diese Baustelle hat immer wieder unvorhergesehene Dinge hervorgebracht. Und jeder, der die Hand dafür ins Feuer legen kann, dass es nie wieder etwas Unvorhergesehenes auf dieser Baustelle gibt, soll sich bei mir melden", sagte Conradt dem SR. Lediglich die Aussage, dass das Stadion noch in diesem Jahr fertig werden soll, ließ er sich auf die konkrete Nachfrage eines Fans entlocken. Anlass des Fantreffens waren die erneuten Mehrkosten von 5,5 Millionen Euro, die beim nun 46,5 Millionen Euro teuren Stadionumbau entstehen.

Saarland ohne Stadion für Profikicker

David Fischer, Geschäftsführer des 1. FC Saarbrücken, bestätigte gegenüber dem SR einen Bericht der Saarbrücker Zeitung, dass sich der Verein im Hintergrund mit möglichen Ausweichstadien zum Saisonbeginn im Sommer beschäftigt. Der Club prüfe alle Optionen.

Problem: Bei einem Aufstieg in die 3. Liga könnte nach jetzigem Stand der FCS seine Heimspiel nicht im Saarland bestreiten. "Aktuell gibt es im Saarland kein drittligataugliches Stadion", sagte Fischer dem SR. Egal ob in Völklingen, Elversberg, Homburg oder Neunkirchen - in jedem dieser Spielstätten müsste der Verein hinsichtlich der Stadioninfrastruktur nachrüsten. Über mögliche Maßnahmen und Kosten einer Nachrüstung des derzeitigen Ausweichstadions in Völklingen wollte sich Fischer nicht äußern.

10.000 Zuschauerplätze sind Pflicht

Eine Bedingung des DFB ist das Fassungsvermögen des Stadions: Ein Drittliga-Stadion muss über 10.000 Plätze verfügen, davon mindestens 2000 Sitzplätze. In besonders begründeten Ausnahmefällen dürfen Drittliga-Aufsteiger im ersten Spieljahr über eine Sitzplatzkapazität von weniger als 2000 Sitzplätzen verfügen. Die Mindestanzahl ist auf 1000 Sitzplätze festgelegt.

Das Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen verfügt zurzeit über rund 8400 Plätze. Im DFB-Pokal-Spiel gegen den 1. FC Köln wurde aus Sicherheitsgründen die Zahl der Plätze auf 6800 gedeckelt. Eine fernsehtaugliche Flutlichtanlage gehört ebenfalls zum Anforderungsprofil für die 3. Liga. Im DFB-Pokal musste für die Fernsehübertragung eine mobile Flutlichtanlage bezogen werden. Auch eine Rasenheizung gehört zur Grundausstattung eines Drittliga-Stadions - nur in besonders begründeten Ausnahmefällen sieht der DFB davon ab. Eine Verlegung der Spiele nach Metz oder Nancy ist kein Thema. Die Partien der 3. Liga müssen auf deutschem Boden stattfinden.

Festlegung auf Spielstätte bis März

Bis Anfang März muss der 1. FC Saarbrücken Bewerbungsunterlagen für einen möglichen Aufstieg in die 3. Liga beim DFB einreichen. Darin muss der Verein unter anderem erklären, welche Spielstätte für die Profiliga zur Verfügung steht. Bis Mitte April prüft der DFB die Bewerbung und erteilt gegebenenfalls Bedingungen, die bis Ende Mai erfüllt sein müssen, damit einem sportlichen Aufstieg nichts mehr im Weg steht. Die 3. Liga startet am 24. Juli in die Saison 2020/21. Trotz all der Ludwigspark-Querelen zeigt sich Fischer zuversichtlich, dass die Stadt Saarbrücken das Stadion bis Sommer in einen bespielbaren Zustand bringt. "Wir setzen großes Vertrauen in die Stadt", so der FCS-Geschäftsführer.

Ein Thema im aktuellen bericht vom 01.02.2020.

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