Jonas Hector (Foto: dpa/Jens Büttner)

Hectors DFB-Zukunft ungewiss

Kai Forst   31.03.2019 | 08:30 Uhr

Die Saison von Jonas Hector verläuft bislang alles andere als berauschend: Zwar steht der Saarländer mit dem 1. FC Köln vor dem Wiederaufstieg in die Bundesliga. Doch sportlich bleibt er hinter den Erwartungen zurück. Die Zukunft des 28-Jährigen im Nationalteam ist ungewiss.

Jonas Hector blickt auf sportlich durchwachsene Monate zurück. Zwar spielt der Saarländer als Kapitän des 1. FC Köln eine tragende Rolle in der zweiten Liga. Doch schon häufig in dieser Saison spielte er schwach und kann nicht an die von ihm gewohnte Leistung anknüpfen. Köln Coach Markus Anfang sagte jüngst, Hector spiele "unter dem Radar". Eine nette Formulierung für die Tatsache, dass sich eigentlich alle mehr vom Nationalspieler erwarten.

Womöglich hängt das Formtief Hectors auch mit seiner Vielseitigkeit zusammen. Insgesamt wurde der Defensiv-Mann in dieser Saison bei den Kölnern bereits auf fünf verschiedenen Positionen eingesetzt - sogar im offensiven Mittelfeld. Seine gelernte Position als linker Verteidiger spielt der 28-Jährige im Verein allerdings kaum noch.

Löw: "Das war für mich ausschlaggebend"

Das hat inzwischen auch Bundestrainer Jogi Löw bemerkt. Er sieht in dieser Flexibilität einen Nachteil und berief Hector bei den zurückliegenden Spielen gegen Serbien und die Niederlande nicht in den Kader - aus eben diesem Grund. „Mit Jonas hatte ich Kontakt. In Köln spielt er häufig auf anderen Positionen, im Mittelfeld oder in der Dreierkette – er spielt ganz, ganz wenig auf der linken Seite. Das war für mich so ein bisschen ausschlaggebend“, erklärte Löw seine Entscheidung.

Eine bittere Pille für Hector, der beim DFB in den vergangenen Jahren auf der linken Seite gesetzt war. Doch Löw scheint wie auf anderen Positionen auch hinten links einen Neuanfang voranzutreiben. Die Konkurrenz, die in der Vergangenheit quasi nicht vorhanden war, ist plötzlich sehr groß – vielleicht sogar zu groß für Hector. Löw jedenfalls favorisiert derzeit Nico Schulz von der TSG Hoffenheim und Marcel Halstenberg von RB Leipzig.

Große Konkurrenz für Hector

Vor allem Schulz zeigte zuletzt im Länderspiel gegen die Niederlande auf der linken Seite das, was Hector schon länger vermissen lässt: Neben einem starken Defensivverhalten schaltete sich der 25-Jährige durch seine hohe Schnelligkeit immer wieder in die Offensive mit ein und sorgte für Torgefahr – machte den Siegtreffer in der Schlussphase sogar selbst. Und auch wenn Löw deutlich machte, dass die Tür für Hector in der Nationalmannschaft noch nicht zu ist, stellte er ebenso klar: "Jetzt im Moment sehe ich Nico Schulz und Marcel Halstenberg in der Bundesliga etwas weiter."

Mit dieser Aussage setzt der Bundestrainer außerdem ein Zeichen: Will Hector auch künftig eine Rolle in der Nationalmannschaft spielen, muss er mit dem 1. FC Köln wieder erstklassig werden. Zumindest in dieser Angelegenheit sieht es gut aus. Derzeit rangiert Köln auf dem 1. Platz, der Wiederaufstieg ins Fußballoberhaus ist in jedem Fall anvisiert. Dennoch: Die Zeiten, in denen Hector im DFB-Dress gesetzt war, scheinen vorbei zu sein.

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