Fußball unter einem Fuß (Foto: SR)

Fußballer sollen offenbar Steuern nachzahlen

mit Informationen von Stefan Hauch   19.03.2019 | 19:20 Uhr

Wer im Saarland arbeitet und in Frankreich wohnt, kann Steuern sparen. Das machen außer vielen Arbeitnehmern auch Fußballprofis so. Und für die soll jetzt alles anders werden - möglicherweise müssen sie rückwirkend Steuern nachzahlen.

Bisher wurden Sportler in Deutschland von der Steuer befreit, wenn sie nachgewiesen hatten, dass sie bereits in Frankreich Lohnsteuer bezahlen. Jetzt sind Fußballprofis des 1. FC Saarbrücken, des FC Homburg und der SV Elversberg ins Visier geraten. Für sie soll jetzt eine neue Regelung des Bundesfinanzministeriums gelten. Sportler müssen danach dort Steuern zahlen, wo sie auftreten. Also in Deutschland, nicht am Wohnort in Frankreich.

Video [aktueller bericht, 19.03.2019, Länge: 2:17 Min.]
Mögliche Steuernachzahlung für Fußballprofis

Im Saarland hat das Finanzministerium das bisher anders gesehen: "Wir haben die Sportlerregelung so verstanden, dass sie für selbstständige Sportler gilt, die in der Welt umherreisen, und nicht für angestellte Sportler", sagt Elmar Braun vom Finanzministerium. Weil aber Baden-Württemberg die Neuregelung 2018 erstmals umgesetzt hat, musste das Saarland nachziehen.

Gilt für Fußballprofis die Grenzgängerbesteuerung oder rückwirkend seit dem 1. Januar 2016 die Sportlerbesteuerung? Der Unterschied ist erheblich. In Frankreich spart man pro Jahr das Zwei- bis Dreifache eines monatlichen Lohnsteuerabzugs in Deutschland.

Neue Regelung rückwirkend?

Fußballprofis müssen möglicherweise Steuern nachzahlen
Audio [SR 3, Stefan Hauch, 20.03.2019, Länge: 02:54 Min.]
Fußballprofis müssen möglicherweise Steuern nachzahlen

Die neue Regelung kann auch für frühere Spieler teuer werden. "Da das rückwirkend ablaufen soll, ist das unter Umständen eine finanzielle Belastung für die Spieler, die aus dem Tagesbudget nicht zu finanzieren ist", sagt der 1. Vorsitzende des FC Homburg, Herbert Eder.

Die drei Regionalligisten stehen in engem Kontakt mit dem Finanzministerium und verhandeln. Wer jetzt als Profi ins Saarland kommt, der muss hier versteuern. Die Vergangenheit ist ungeklärt. Jetzt suchen alle nach einer vertretbaren Lösung.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR Fernsehen vom 19.03.2019 berichtet.

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