Blutproben für Doping-Kontrolle (Foto: SR)

Mit KI den Kampf gegen Doping unterstützen

Stefan Hauch / Onlinefassung: Thomas Braun   22.02.2022 | 20:29 Uhr

Im Anti-Doping-Kampf läuft ein ständiger Wettlauf zwischen denen, die im Sport betrügen, und den Doping-Jägern. Am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken arbeiten die Forscher jetzt an neuen Methoden, um Doping nachzuweisen. Das könnte die Arbeit der Anti-Doping-Agenturen massiv vereinfachen.

Der Kampf gegen Doping ist aufwendig und teuer. Bisher basierte die Arbeit der Doping-Jäger im wesentlichen auf biochemischen Analysen von Urin und Blut.

Trefferwahrscheinlichkeit bei Proben erhöhen

Professor Wolfgang Maaß und sein Team vom DFKI in Saarbrücken gehen einen anderen Weg. Mit selbstlernenden Computersystemen wollen sie das Kontrollsystem effizienter machen. "Unser Ziel ist es, das wir die Qualität verbessern und gleichzeitig die Kosten in den Griff kriegen. So dass man nur die Fälle untersucht, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zu einem positiven Befund führen", erklärt Professor Maaß.

Anti-Doping: DFKI entwickelt neue Nachweis- Methode
Audio [SR 3, Stefan Hauch (c) SR, 25.02.2022, Länge: 02:19 Min.]
Anti-Doping: DFKI entwickelt neue Nachweis- Methode

Video [aktueller bericht, 22.02.2022, Länge: 3:50 Min.]
DFKI entwickelt KI-Methode für Doping-Erkennung

Die Forscher in Saarbrücken füttern ihre Computer mit großen Datenmengen über Athleten, etwa Ergebnisse von Blut- und Urinproben aus Wettkampf- und Trainingszeiten, die über einen längeren Zeitraum gewonnen wurden. Daraus wird die Doping-Wahrscheinlichkeit errechnet.

Das Projekt hat die Weltantidoping-Agentur WADA überzeugt. Sie sei von den Ergebnissen positiv überrascht, sagt Maaß. "Wir sind zuversichtlich, dass es relativ zeitnah, zum Beispiel auch bei Olympischen Spielen, zum Einsatz kommt."

Auch vertauschten Urin-Proben auf die Spur kommen

Außerdem hat Weltantidopingagentur hat nach den ersten Erfolgen des Projektes im Bereich Blut-Doping auch großes Interesse an einem weiteren Forschungsschwerpunkt: Dem Betrug mit Hilfe vertauschter Urinproben.

"Wir kriegen, wie auch in allen anderen Projekten, immer die Daten der Athleten. In dem Fall sind das die Steroide, die man im Urin nachweisen kann", erklärt Maaß. "Und wir können über den Vergleich von Steroiden, die man von den Athleten über die Zeit bekommen hat, feststellen, ob das von demselben Athleten ist oder von einer dritten Person stammt."

Kostengünstiger als bisherige Analysemethode

Bisher erfolgte der Nachweis über aufwendige und teure biochemische Analysen. Und die sind nur an einigen, wenigen Laboren weltweit möglich. "Das ist sehr teuer. Und wir haben Methoden entwickelt, die rein datenbasiert sehr gut sind und sehr frühzeitig signalisieren können, ob da ein Problem vorliegt oder nicht."

Das Fernziel der Saarbrücker Forscher sind mobile, kleine Computer, mit denen vor Ort schnell sichere Hinweise auf Doping gefunden werden. Sie könnten die bisherigen Analysemethoden ergänzen.

Über dieses Thema berichtete der aktuelle bericht am 22.02.2022.

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